081-Arbeitsmarkt

Quelle: Justiz NRW / M. Schütz

Arbeitsmarkt

Integration der Gefangenen

Für eine erfolgreiche Wiedereingliederung der Gefangenen in die Gesellschaft ist die Integration in den Arbeitsmarkt von besonderer Bedeutung.

Um Gefangenen schon aus der Haft heraus in den Arbeitsmarkt zu vermitteln, hat der Justizvollzug gemeinsam mit der Regionaldirektion Nordrhein-Westfalen der Bundesagentur für Arbeit ein Reintegrationsprogramm erarbeitet, die sogenannte  Gemeinschaftsinitiative B5.

Dabei steht die Bezeichnung „B5“ für fünf Basismodule mit folgenden Einzelzielen:

1. B1 – Berufliche Orientierung
Mit diesem Modul soll die Berufsorientierung schon während der Haft insbesondere bei jungen Gefangenen verbessert werden. Beispielhafte Angebote sind: Umfassende Informationen zu Berufsfeldern, Interessen¬erkundung und Eignungsfeststellung, Beratung zur Berufswahl und Entscheidungsfindung bzw. individuelle Arbeitsberatung sowie berufliche Orientierungs- und Trainingskurse in den Justizvollzugsanstalten.

2. B2 – Berufsqualifizierung
Mit diesem Modul soll die Beschäftigungsfähigkeit der Gefangenen gefördert und das Qualifizierungsangebot der Justizvollzugsanstalten noch arbeitsmarktnäher gestaltet werden. Beispielhafte Angebote sind: Niederschwellige Förderung der Ausbildungsfähigkeit, berufsvorbereitende Bildungsmaßnahmen, Lernbörse, (modulare) Teil- und Zusatzqualifizierungen, Vollausbildungen.

3. B3 – Beschäftigungsvermittlung
Mit diesem Modul soll die Vermittlung der Gefangenen in Arbeit oder (Folge-) Ausbildungen intensiviert werden. Den Teilnehmenden wird eine beschäftigungsorientierte Entlassungsvorbereitung angeboten, die bei Bedarf durch nachsorgende Leistungen im Übergang aus der Haft in Beschäftigung ergänzt wird. Beispielhafte Angebote sind: Bewerbungsunterstützung und Bewerbungstraining, Profiling nach dem 4-Phasen-Modell (4PM), gezielte Arbeits- und Ausbildungsplatzvermittlung, auch mit Stellensuchläufen in der Jobbörse der BA, Kooperation mit dem Arbeitgeberservice, Akquise von Arbeits- und Ausbildungsplätzen für die Zielgruppe.

4. B4 – Beschäftigungsstabilisierung
Mit diesem Modul sollen eine nachhaltige Eingliederung ermöglicht und drohende Beschäftigungsabbrüche vermieden werden. Die Teilnehmenden erhalten in den ersten sechs Monaten nach der Haft neben ggf. weiter erforderlichen Vermittlungsleistungen spezifische Stabilisierungsangebote im Rahmen einer beschäftigungsorientierten Nachsorge. Beispielhafte Angebote sind: Erbringung oder Vermittlung von (beratenden) Hilfen mit einem besonderen Fokus auf den Problemlagen Sucht, materielle Sicherung/Schulden, Wohnen sowie vermittelnde Beratung von B5-Teilnehmerinnen und Teilnehmern und Arbeitgebern oder Bildungsträgern bei drohender Kündigung eines Arbeits- oder Ausbildungsverhältnisses.

5. B5 – Beschäftigungsanalyse
Mit diesem Modul sollen Arbeitsmarktanalysen und Erfolgskontrollen zur Steuerung der Gemeinschaftsinitiative B5 genutzt werden. Dies geschieht sowohl fall- als auch programmbezogen. Beispielhafte Angebote sind: Monitoring des Eingliederungsverlaufes und Evaluation der Eingliederungsergebnisse, Identifizierung der Verfügbarkeit regionaler Eingliederungshilfen sowie zielgruppenspezifischer Qualifizierungsangebote und Arbeitsplätze.