025-Einweisung Gefangenentransport

Quelle: Justiz NRW / Jochen Tack

Einweisungsverfahren

Zuweisung in die Verbüßungsanstalt

Das Einweisungsverfahren in Nordrhein-Westfalen verfolgt den Zweck, dem einzelnen Gefangenen auf der Grundlage einer individuellen Behandlungsuntersuchung durch ein unabhängiges Fachgremium passgenau eine auf seine Behandlungserfordernisse zugeschnittene Verbüßungsanstalt zuzuweisen. Die Voraussetzungen für die Teilnahme am Einweisungsverfahren legt im Einzelnen der Vollstreckungsplan fest.

Nach dem Vollstreckungsplan für das Land Nordrhein-Westfalen müssen

  • männliche,
  • zu Freiheitsstrafe verurteilte,
  • nicht auf freiem Fuß befindliche Personen,
  • deutscher Nationalität,
  • mit einer Vollzugsdauer von mehr als 30 Monaten

sowie

  • männliche,
  • vom Jugendstrafvollzug ausgenommene Gefangene,
  • mit einer Restvollzugsdauer von mehr als 30 Monaten

am Einweisungsverfahren teilnehmen.

Darüber hinaus können in Ausnahmefällen auch ausländische Gefangene mit einer Vollzugsdauer von mehr als 30 Monaten am Einweisungsverfahren teilnehmen.

Zentrale Einweisungsanstalt für das Land Nordrhein-Westfalen ist die Justizvollzugsanstalt Hagen. Im Rahmen des Einweisungsverfahrens werden die Persönlichkeit des Gefangenen und seine Lebensumstände interdisziplinär erforscht. Hierbei gilt es zum Beispiel Möglichkeiten zur Verbesserung der Kriminalprognose durch eine Bearbeitung der der Tat zugrunde liegenden Faktoren zu identifizieren. Für jeden Inhaftierten werden im Rahmen der Behandlungsuntersuchung die individuellen Behandlungserfordernisse ermittelt und Behandlungsempfehlungen für die Gestaltung des weiteren Strafvollzuges benannt.

Anschließend wird der Gefangene zum weiteren Vollzug  in eine der dem Einweisungsverfahren angeschlossenen Justizvollzugsanstalten verlegt.