Gericht reduziert Strafe für Diebstahl aus Gerhard Richters Altpapier


Dienstag, 03. Dezember 2019 15.54 Uhr


Köln (dpa/lnw) - Der Dieb mehrerer Entwürfe aus dem Altpapier von Künstler Gerhard Richter hat vor Gericht eine Reduzierung seiner Geldstrafe erreicht. Das Landgericht Köln verurteilte ihn am Dienstag zu 60 Tagessätzen à 20 Euro - also insgesamt 1200 Euro. Es hielt ihm dabei vor allem ein Geständnis zugute, das er zuvor abgelegt hatte.

Der 50-Jährige hatte darin geschildert, wie er einst erfolglos versucht hatte, Richter an dessen Haus in Köln eine Mappe mit Kunstwerken zu verkaufen. Auf dem Rückweg sei ihm dann eine umgestürzte Altpapiertonne aufgefallen. «Aus Hilfsbereitschaft» habe er sie aufgehoben - und dabei die weggeschmissenen Entwürfe aus Richters Atelier entdeckt. «Ich war mir keiner Schuld bewusst», sagte der Münchner, der nach eigenen Angaben arbeitslos ist. «Hätte ich sie nicht genommen, hätte sie jemand anderes genommen.» Das Gericht glaubte diese Schilderung. Dennoch handle es sich um Diebstahl, stellte der Richter klar.

In erster Instanz war der 50-Jährige zu einer Geldstrafe von 3150 Euro (90 Tagessätze zu je 35 Euro) verurteilt worden. Dagegen hatte er Berufung eingelegt. Gerhard Richter gilt als einer der teuersten Maler der Welt.