Mord an Domina in Essen: Angeklagter schweigt zu Prozessauftakt


Freitag, 10. August 2018 11.40 Uhr


Essen (dpa) - Eine Prostituierte wird tot in ihrem privaten SM-Studio gefunden. Die Spur führt zu einem langjährigen Kunden. Jetzt steht er wegen Mordes vor Gericht - und schweigt.

Nach dem gewaltsamen Tod einer Essener Prostituierten muss sich ein 28-jähriger Mann aus Duisburg seit Freitag vor Gericht verantworten. Die Staatsanwaltschaft geht davon aus, dass der türkische Angeklagte die 62-Jährige, die als Domina arbeitete, mit einer Kordel erdrosselt hat. Der Anklage zufolge war er langjähriger Kunde der Prostituierten.

Er soll sich mit ihr am 17. Februar 2018 in ihrem privaten SM-Studio getroffen und sie dann heimtückisch ermordet haben. Zum Prozessauftakt machte der 28-Jährige von seinem Schweigerecht Gebrauch. Nach Angaben seines Verteidigers bestreitet er die Tat.

Der Anklage nach hatte der 28-Jährige der Prostituierten zunächst seine neuen sexuellen Phantasien erläutert. Als die 62-Jährige daraufhin die entsprechenden Utensilien geholt habe, soll er ihr von hinten eine Kordel um den Hals gelegt und sie damit erdrosselt haben.

Nach seiner Festnahme war in seinem Zimmer in der Duisburger Wohnung seiner Eltern das Handy der 62-Jährigen gefunden worden. Weil der 28-Jährige nach der Tat auch noch Feuer in der Wohnung seiner Eltern gelegt haben soll, lautet die Anklage nicht nur auf Mord, sondern auch auf Brandstiftung. Das Essener Schwurgericht hat für den Prozess zunächst noch zehn Verhandlungstage bis zum 8. November vorgesehen.