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Montag, 11. September 2023 14.45 Uhr
Düsseldorf (dpa/lnw) - Ein 31 Jahre alter Gastronom ist in Düsseldorf vom Vorwurf, eine Lieferantin mehrfach vergewaltigt zu haben, freigesprochen worden. Dem Mann stehe für sieben Monate zu Unrecht erlittener Untersuchungshaft eine Entschädigung zu, befand das Landgericht in Düsseldorf am Montag. «Die Anklage beruht allein auf den Aussagen der Zeugin und da ließen sich Zweifel nicht ausräumen», so der Vorsitzende Richter.
Der Angeklagte hatte stets beteuert, er habe die Frau nie vergewaltigt, sondern ein Verhältnis mit ihr gehabt. Die verheiratete 37-jährige habe die Vergewaltigungen erfunden, als ihr Ehemann von der Beziehung erfahren habe.
Davon gehen inzwischen auch die Richter aus: «Wir konnten uns von Unfreiwilligkeit nicht überzeugen.» Für die Version des Angeklagten spricht aus Sicht der Richter die gefühlvolle Chat-Kommunikation zwischen den Beiden: «Da deutet nichts auf Gewalt hin.»
Die Taten sollen sich im August 2018 ereignet haben. Die zweifache Mutter hatte erst Anfang Oktober 2018 Anzeige erstattet, die 37-Jährige hatte dies mit der Angst vor der «heftigen Reaktion ihres Mannes» erklärt.
Der 31-Jährige hatte sich, nachdem er angezeigt worden war, nach Italien abgesetzt und war bei seiner Rückkehr im Februar dieses Jahres festgenommen worden. Seither hatte er in Untersuchungshaft gesessen. «Ich hab\' die Vorwürfe zunächst gar nicht ernst genommen», hatte er zum Prozessauftakt gesagt.
Der Staatsanwalt, der fast sieben Jahre Haft gefordert hatte, erklärte, er werde empfehlen, das Urteil zu akzeptieren.