Angeklagter gesteht Messerattacke auf schwangere Ex-Freundin


Montag, 13. Januar 2020 14.37 Uhr


Bonn (dpa/lnw) -  - Ein halbes Jahr nach einem folgenschweren Angriff auf eine schwangere 19-Jährige hat der Angeklagte am Montag vor dem Bonner Landgericht ein Geständnis abgelegt. «Alles, was ich ihr angetan habe, tut mir unendlich leid», sagte der 27 Jahre alte Bulgare. «Ich bereue die Tat zutiefst. Ich wollte sie nicht töten. Ich wollte sie nur verletzen, ich hatte soviel Wut und Frust in mir.»

Die Anklage wirft ihm versuchten Mord, gefährliche und schwere Körperverletzung vor. Zwei Monate vor der Tat, so der Angeklagte, hätten sie sich getrennt. Es habe unter anderem Streit gegeben, weil er vermehrt getrunken und spielsüchtig gewesen sei. Auch soll die 19-Jährige einen neuen Freund gehabt haben.

Am Tattag, dem 10. Juli 2019, habe er in Siegburg den gemeinsamen dreijährigen Sohn übernehmen sollen. Bei der Übergabe im Eingang des Mehrfamilienhauses habe ihn jedoch «so eine Emotion überfallen», dass er «aus Eifersucht über den Mann und Trauer über die Trennung» das mitgebrachte Messer gezogen und in Nacken und Rücken eingestochen habe. Anschließend würgte er seine Ex-Freundin mit den Kordeln einer Tasche, bis sie das Bewusstsein verlor. Als die Großmutter der Lebensgefährtin im Treppenhaus erschien, flüchtete er vom Tatort.

Die 19-Jährige erlitt einen Herzstillstand, konnte jedoch noch reanimiert werden. Sie liegt seitdem im Wachkoma und hat ihr drittes Kind verloren. Der dreijährige Sohn, der den gewalttätigen Angriff auf seine Mutter miterlebt hat, ist verhaltensauffällig.