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Internationale Razzia gegen Oldtimer-Diebe: Raritäten zerlegt


Mittwoch, 14. Juli 2021 16.14 Uhr


Düsseldorf (dpa) - Nach der internationalen Razzia gegen Oldtimer-Diebe haben die Ermittler Hoffnungen der Besitzer auf eine Rückgabe der Raritäten gedämpft. Die kostbaren Wagen seien wohl überwiegend zerlegt und als Ersatzteile weiterverkauft worden, berichteten Polizei und Staatsanwaltschaft am Mittwoch in Düsseldorf. Es handele sich in manchen Fällen um «unwiederbringlich verlorene Kulturgüter».

Die fünf am Dienstag in Belgien und den Niederlanden verhafteten mutmaßlichen Diebe im Alter von 21 bis 30 Jahren sollen nun nach Deutschland ausgeliefert werden, wo ihnen vermutlich in Düsseldorf der Prozess gemacht werden könnte. Für schweren Bandendiebstahl sind bis zu zehn Jahre Haft vorgesehen. Insgesamt werde gegen 19 Verdächtige ermittelt, die drei verschiedenen Banden angehören sollen.

Der Razzia vorausgegangen waren monatelange Ermittlungen, nachdem ab Sommer 2020 ein starker Anstieg von Oldtimerdiebstählen in Bonn, Köln und Düsseldorf festgestellt worden war. Nach derzeitigem Stand der Ermittlungen wurden 57 Wagen und Motorräder von den Dieben in Düsseldorf, Köln, Bonn, Meerbusch, Aachen, Essen, Mönchengladbach, Krefeld, Bocholt und Karlsruhe gestohlen - im Gesamtwert von mehr als 3,5 Millionen Euro.

Bereits im Zuge der Ermittlungen seien 17 Fahrzeuge sichergestellt worden. Bei der internationalen Polizeiaktion im Dreiländereck war am Dienstag aber nur noch ein Motorrad entdeckt worden, das vor einer Woche in Aachen gestohlen worden war. In den Niederlanden war bei der Aktion am Dienstag auch eine funktionstüchtige Panzerfaust aus dem Zweiten Weltkrieg entdeckt und sichergestellt worden. Das sei ein Zufallsfund gewesen.