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Tödlicher Streit unter Afghanen: Angeklagte berufen sich auf Notwehr


Mittwoch, 15. September 2021 12.11 Uhr


Essen (dpa/lnw) - Zwei Gruppen von Afghanen geraten über den Umgang mit einem Volkshelden in Streit. Ein Mann wird erstochen. Jetzt stehen die mutmaßlichen Täter vor Gericht.

Nach einem tödlichen Streit über den Umgang mit dem afghanischen Volkshelden Ahmad Shah Massoud müssen sich drei Afghanen seit Mittwoch vor Gericht verantworten. Zum Prozessauftakt am Essener Schwurgericht beriefen sich die Angeklagten über ihre Verteidiger auf Notwehr. Die Anklage lautet auf Mord und Mordversuch.

Die 29 bis 34 Jahre alten Angeklagten sollen am 15. Januar 2021 in Gelsenkirchen mit Messern auf eine andere Gruppe afghanischer Staatsbürger losgegangen sein. Ein 19-Jähriger wurde erstochen, zwei weitere Männer wurden lebensgefährlich verletzt.

Die Staatsanwaltschaft geht unter anderem davon aus, dass der später Verstorbene nicht damit einverstanden war, dass sich einer der Angeklagten in den sozialen Netzwerken mit der typischen Kopfbedeckung des 2001 ermordeten Volkshelden Massoud gezeigt hat. Dazu habe er kein Recht, weil er nicht aus demselben Ort stamme. Massoud hatte in den 1990er-Jahren erbitterten Widerstand gegen die militant-islamistischen Taliban geleistet. Seine Grabstätte war in der vergangenen Woche von den Taliban teilweise zerstört worden.