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Prozess wegen Giftmorden startet - Zwei Frauen mit Thallium getötet (Foto - Archiv vom 17.9.)


Montag, 19. September 2022 3.30 Uhr


Köln (dpa/lnw) - Das Gift verursacht furchtbare Qualen: Ein Angeklagter soll drei Frauen das Schwermetall Thallium verabreicht haben. Nur ein Opfer überlebte. Nun beginnt der Prozess gegen den Krankenpfleger.

Er soll seine Opfer mit dem Schwermetall Thallium vergiftet haben: Vor dem Kölner Landgericht beginnt am Montag ein Prozess gegen einen Angeklagten wegen zweifachen Mordes, Mordversuchs und versuchten Schwangerschaftsabbruchs. Der 42-Jährige aus Hürth soll drei Frauen die toxische Substanz verabreicht haben - zwei von ihnen starben.

Laut Anklage hatte der Krankenpfleger in den Jahren 2020 und 2021 seine damalige Ehefrau, seine darauffolgende Lebensgefährtin und deren Großmutter mit Thallium vergiftet. Das früher als Rattengift eingesetzte Mittel ruft unter anderem Herzrasen, Krämpfe, Organschäden oder Blutungen im Magen-Darm-Trakt hervor. Nur die damals schwangere Lebensgefährtin überlebte. Ihr Baby kam zunächst lebend zur Welt, starb jedoch vor wenigen Monaten. Ob der Tod des Säuglings auf die Vergiftung zurückzuführen ist, wird nach Angaben des Gerichts derzeit noch untersucht.

Das Motiv für die Taten ist unklar. Die Staatsanwaltschaft nimmt als Mordmerkmale Heimtücke und Grausamkeit an. Der Verteidiger des Angeklagten kündigte an, dass sein Mandant im Prozess zu den Vorwürfen schweigen werde. Das Kölner Landgericht hat 22 Verhandlungstage bis Ende Januar 2023 angesetzt.