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v.l.n.r.: Präsident des Finanzgerichts a.D. Haferkamp, Justizminister Biesenbach, Präsident des Finanzgerichts Wolsztynski. Quelle: Justiz NRW

Finanzgericht Münster: Feierlicher Präsidentenwechsel beim Finanzgericht Münster

30.08.2018

Gestern hat der Minister der Justiz Nordrhein-Westfalen Peter Biesenbach MdL im Rahmen eines feierlichen Festakts im Münsteraner Schloss Christian Wolsztynski zum Präsidenten des Finanzgerichts Münster ernannt und den ehemaligen Präsidenten Johannes Haferkamp verabschiedet. Minister Biesenbach würdigte Johannes Haferkamp als leidenschaftlichen Finanzrichter, der sich um das Finanzgericht Münster überaus verdient gemacht habe. Dem neuen Präsidenten wünschte er für seine Arbeit viel Erfolg: „Mit Christian Wolsztynski übernimmt ein exzellenter Jurist und Verwaltungsfachmann, der hervorragend für die neue Aufgabe qualifiziert ist.“

In den anschließenden Grußworten hob der Präsident des Bundesfinanzhofs Prof. Dr. hc. Rudolf Mellinghoff die Verdienste von Johannes Haferkamp um den Abbau von Hemmschwellen auf dem Weg zum Finanzgericht und um die Finanzgerichtsbarkeit insgesamt hervor. Das Verhältnis zwischen dem Bundesfinanzhof und dem Finanzgericht Münster sei seit jeher sehr gut. „Ich freue mich darauf, diese gute Zusammenarbeit mit den Münsteraner Kollegen und ihrem neuen Präsidenten Christian Wolsztynski fortzusetzen.“ Oberfinanzpräsident Werner Brommund und der Präsident der Steuerberaterkammer Westfalen-Lippe Volker Kaiser betonten in ihren Grußworten das gute und respektvolle Miteinander zwischen dem Finanzgericht Münster und der Finanzverwaltung auf der einen sowie der steuerlichen Beraterschaft auf der anderen Seite: „Die Beteiligten fühlen sich beim Finanzgericht Münster gut aufgehoben“, erklärten beide.
 
Johannes Haferkamp war seit dem 1. Mai 2008 Präsident des Finanzgerichts Münster. Er begann seine richterliche Laufbahn im Jahr 1986 beim Finanzgericht Düsseldorf und wurde dort 2001 zum Vorsitzenden Richter und 2007 zum Vizepräsidenten ernannt. Nach seiner Ernennung zum Präsidenten des Finanzgerichts Münster übernahm er den Vorsitz des 4. Senats. Während der Amtszeit von Johannes Haferkamp fand bei der Richterschaft des Finanzgerichts Münster ein Generationenwechsel statt. Dabei konnten viele der neu eingestellten hochqualifizierten Kollegen aus der steuerlichen Beraterschaft gewonnen werden. Ein besonderes Anliegen war Johannes Haferkamp außerdem die Verbesserung der Kommunikation zwischen Gericht und Verfahrensbeteiligten. Zudem führte er das Finanzgericht Münster erfolgreich in das digitale Zeitalter – seit Anfang Juli 2018 arbeiteten alle Senate des Gerichts mit der elektronischen Akte.

Der neue Präsident des Finanzgerichts Münster Christian Wolsztynski begann seine richterliche Tätigkeit beim Finanzgericht Münster im Jahr 2005. Nach der Ausbildung im gehobenen Dienst der nordrhein-westfälischen Finanzverwaltung und dem Studium der Rechtswissenschaften in Bochum war er am dortigen Lehrstuhl für Steuerrecht unter der Leitung von Prof. Dr. Roman Seer als wissenschaftlicher Mitarbeiter tätig und trat nach dem Referendariat zunächst wieder in die nordrhein-westfälische Finanzverwaltung ein, bevor er in die Finanzgerichtsbarkeit wechselte. In den Jahren 2011 bis 2014 war Christian Wolsztynski an das Ministerium der Justiz Nordrhein-Westfalen abgeordnet und dort Leiter des u.a. für die Verwaltungs- und Finanzgerichtsbarkeit zuständigen Referats der Abteilung für Personal und Recht. Nach seiner Rückkehr an das Finanzgerichts Münster wurde er 2014 zum Vorsitzenden Richter des 1. Senats ernannt. Neben seiner richterlichen Tätigkeit war Christian Wolsztynski als Personal- und später als Organisationsdezernent umfangreich in die Gerichtsverwaltung des Finanzgerichts Münster eingebunden. Nach seiner Ernennung zum Präsidenten des Finanzgerichts Münster wird er ebenfalls den Vorsitz des 4. Senats übernehmen.

In seiner Antrittsrede hob Christian Wolsztynski insbesondere die Bedeutung der Bürgernähe der Justiz und der Transparenz des finanzgerichtlichen Verfahrens hervor: „Die Finanzgerichte müssen vor dem Hintergrund der besonderen Komplexität des Steuerrechts ihre Verfahrensweise und ihre Entscheidungen für den Bürger verständlich machen. Dies ist unabdingbar für die Akzeptanz gerichtlicher Entscheidungen in der Bevölkerung.“

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