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Landesarbeitsgericht Hamm: Ehrungen für langjähriges ehrenamtliches Engagement – sechs ehrenamtliche Richterinnen und Richter blicken auf insgesamt 180 Amtsjahre zurück

04.12.2020

Im Dezember 2020 werden sechs ehrenamtliche Richterinnen und Richtern des Landesarbeitsgerichts Hamm für ihr besonders langjähriges Engagement in der westfälischen Arbeitsgerichtsbarkeit geehrt. Präsident Dr. Holger Schrade hat zu diesem Zweck je zweimal die Ehrennadeln des Landes Nordrhein-Westfalen in Gold (35 Amtsjahre), Silber (30 Amtsjahre) und Bronze (25 Amtsjahre) nebst Ehrenurkunde und einem persönlichen Begleitschreiben in den Postversand gegeben. Denn die alljährliche Vollversammlung, die den Ehrungen sonst stets einen besonders würdigen Rahmen verleiht, ist in diesem Jahr der Corona-Pandemie zum Opfer gefallen.

Für ihre insgesamt jeweils 35-jährige Tätigkeit erhalten Gisela Köhler (Hamm) und Manfred Sträter (Dortmund) die Ehrennadel in Gold. Die aus Kreisen der Arbeitnehmer in das Amt berufene Gisela Köhler ist Verwaltungsangestellte der Stadt Hamm. Sie begann ihre ehrenamtliche Tätigkeit am 1. Oktober 1985 zunächst beim örtlichen Arbeitsgericht. Mit Wirkung zum 1. Juni 1994 wechselte sie auf die Richterbank der zweiten Instanz. Kurz vor ihr, zum 1. Juli 1985, wurde Manfred Sträter in das Amt eines ehrenamtlichen Richters berufen. Der bis zum Eintritt in den Ruhestand hauptamtlich als Gewerkschaftssekretär bei der Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG) tätige Jubilar wechselte zum 1. September 1992 an das Landesarbeitsgericht. Nach Ablauf seiner letzten Amtsperiode ist er aktuell aus dem Ehrenamt ausgeschieden.

Auf eine 30-jährige Amtszeit, die mit der Ehrennadel in Silber gewürdigt wird, blickt Peter Walkowski (Datteln) zurück. Der im Hauptberuf bei einem Unternehmen der Wohnungswirtschaft als Fachkraft für Arbeitssicherheit tätige ehrenamtliche Richter repräsentiert ebenfalls die Arbeitnehmerseite. Er war zunächst beim Arbeitsgericht Dortmund bestellt. Beim Landesarbeitsgericht, wo er das Amt seit 1994 ausübt, gehört er dem Ausschuss der ehrenamtlichen Richterinnen und Richter an. Dieser nimmt die Belange der ehrenamtlichen Richterschaft zusammen mit und bei Bedarf auch gegenüber der Gerichtsleitung wahr. Auf ebenfalls 30 Amtsjahre blickt Andreas Wullenkord (Bielefeld) zurück, der als Elektroausbilder und Betriebsrat einem Unternehmen der Maschinebaubranche in Ostwestfalen angehört. Er wirkte zunächst rund 13 Jahre beim Arbeitsgericht Bielefeld, bevor er zum 1. Mai 2003 an das Landesarbeitsgericht wechselte.

Zur Würdigung einer je 25-jährigen Amtszeit erhalten der kaufmännische Angestellte Ulrich Baum (Dortmund) und der bei einem Unternehmen des Steinkohlebergbaus tätige Dieter Mantwill (Bottrop) jeweils die Ehrennadel in Bronze.

Am Landesarbeitsgericht Hamm sind derzeit rund 220 ehrenamtliche Richterinnen und Richter tätig. Sie rekrutieren sich auf Vorschlag von Gewerkschaften und Verbänden in etwa jeweils zur Hälfte aus den Kreisen der Arbeitnehmer und der Arbeitgeber. In der Regel haben sie zuvor zumindest eine, häufig aber mehrere fünfjährige Amtsperioden bei den 17 im Bezirk errichteten Arbeitsgerichten erster Instanz absolviert. Zusammen mit den Berufsrichterinnen und Berufsrichtern, denen jeweils ständig der Vorsitz einer bestimmten Kammer übertragen ist, bilden sie die Richterschaft des Hauses. Die 18 Kammern des Landesarbeitsgerichts tagen stets in dreiköpfiger Besetzung. Im wöchentlichen Wechsel und dem Grundsatz der Parität folgend sind dabei je zwei ehrenamtliche Richterinnen und Richter eingebunden. Gemeinsam und in der Stimme gleichberechtigt werden sie im laufenden Jahr 2020 über rund 1800 Rechtsmittelverfahren in Arbeitssachen zu entscheiden haben. Hinzu kommen etwa 700 Beschwerdesachen, deren Bearbeitung den Vorsitzenden der zuständigen Kammern allein obliegt.

Für Fragen, Kommentare und Anregungen steht Ihnen zur Verfügung: pressestelle@lag-hamm.nrw.de