olg-hamm
Quelle: Justiz NRW

Oberlandesgericht Hamm: Streit über den Wert des fossilen Skeletts eines Plesiosauriers

07.07.2017

Der 2. Zivilsenat des Oberlandesgerichts Hamm verhandelt am 10.07.2017 um 11:00 Uhr im Saal B-307 des Oberlandesgerichts Hamm über die Berufung eines Hobby-Paläontologen gegen den Beklagten, der ein naturkundliches Museum in Münster betreibt. Der Kläger erstrebt - unter Abänderung des erstinstanzlichen Urteils des Landgerichts Münster vom 08.12.2016 (Az.: 04 O 267/14 LG Münster) - von dem Beklagten die Zahlung eines Betrages von 12.763,00 Euro nebst Zinsen und vorgerichtlichen Rechtsanwaltskosten.

Der klagende Hobby-Paläontologe fand im Jahr 2007 in einer Tongrube im Kreis Höxter eine zusammenhängende Schwanzwirbelsäule eines Plesiosauriers. Der vom Kläger daraufhin informierte Beklagte konnte bei einer sechswöchigen Ausgrabung das Saurierskelett, dem der Schädel und die Flossenenden fehlten, freilegen und bergen. Die Parteien verhandelten in der Folge über den hälftigen Anteil des Klägers als Finder und schlossen einen Übereignungsvertrag, wonach sein hälftiger Anteil des Saurierskeletts an den Beklagten übergehen sollte. Ausgehend von der zum damaligen Zeitpunkt noch ungeklärten wissenschaftlichen Bedeutung des Fundes und des noch unbekannten Präparationserfolges als wertbildende Faktoren, vereinbarten die Parteien, dass der Kaufpreis zwischen 10.000 Euro und 20.000 Euro - jeweils nebst Zinsen - liegen sollte. Der endgültig zu zahlende Betrag sollte vom Beklagten nach Einholung eines Expertenrates bestimmt werden. Den Mindestbetrag hat der Beklagte - nach Einholung eines Gutachtens zum Wert des Skelettes - an den Kläger gezahlt. Der Kläger verlangt mit seiner Klage von dem Beklagten die Differenz zum vereinbarten Höchstbetrag.

Das Landgericht Münster hat in erster Instanz die Klage abgewiesen, weil es nach der Einholung eines Sachverständigengutachtens zu dem Wert des Skeletts zu der Überzeugung gelangt ist, dass der von dem Beklagten gezahlte Mindestbetrag nicht unbillig sei.

Im Berufungsverfahren vor dem Oberlandesgericht Hamm verfolgt der Kläger sein Klagebegehren weiter. Hierüber wird der Senat am 10.07.2017 mündlich verhandeln.

Mündliche Verhandlung des 2. Zivilsenats des Oberlandesgerichts Hamm am 10.07.2017, 11:00 Uhr, Saal B-307 (Az. 2 U 11/17 OLG Hamm)

Martin Brandt, stellvertretender Pressedezernent

Für Fragen, Kommentare und Anregungen steht Ihnen zur Verfügung: pressestelle@olg-hamm.nrw.de