Innenansicht des Landgerichts Düsseldorf
Quelle: Justiz NRW

Landgericht Düsseldorf: Zivilrechtsstreit im Wohnungseigentümerrecht zur Belästigung durch Trittschall nach Wechsel des Bodenbelags

29.05.2019

Am 6. Juni 2019, 11:00 Uhr, Raum 2.119, verhandelt die 19. Berufungszivilkammer des Landgerichts Düsseldorf (19 S 152/18) im Rahmen ihrer bezirksweiten Spezialzuständigkeit für Wohnungseigentümer-Sachen einen Fall zur Belästigung durch Trittschall in Wohnungen.

Die beiden Prozessparteien sind Eigentümer von übereinanderliegenden Wohnungen in einer Wohnungseigentümergemeinschaft in Mönchengladbach. In den 90er Jahren war das Dachgeschoss des Mehrparteienhauses zu Wohnraum ausgebaut worden. Danach erwarb der Kläger die unterhalb des Dachgeschosses liegende Wohnung. Anschließend erwarb der Beklagte im Jahre 2001 die Dachgeschosswohnung. Im Jahr 2008 entfernte der Beklagte den Teppichboden in der Dachgeschosswohnung und verlegte Fliesen. Für den Kläger in der darunter liegenden Wohnung wurde es laut. Ein Gutachten stellte fest, dass die Decke zwischen der Wohnung des Klägers und der Dachgeschosswohnung des Beklagten nicht der DIN 4109 zur Trittschalldämmung von Wohnungstrenndecken entsprach. Es fehlt eine sog. Trittschallentkoppelung. Trotzdem lehnte die Wohnungseigentümergemeinschaft die Herstellung einer Trenndecke, die den anerkannten Regeln der Technik entsprach, ab.

Der Kläger fühlt sich durch den Trittschall von oben gestört und verlangt von dem über ihm wohnenden Beklagten, dass er wieder Teppich verlegt oder sonst eine geeignete Schallschutzmaßnahme ergreift.

Der Beklagte beruft sich darauf, mit seinem Eigentum nach Belieben verfahren zu können. Insbesondere müsse er über die Art des Bodenbelags in seiner Wohnung frei entscheiden können, weil die Wohnung in seinem Sondereigentum stehe.

Das Amtsgericht Mönchengladbach hatte in der ersten Instanz mit Urteil vom 28.11.2018 (36 C 438/17) entschieden, dass der Eigentümer der oberen Wohnung wieder Teppichboden oder einen in der Trittschalldämmung gleichwertigen Bodenbelag zu verlegen habe.

Gegen dieses Urteil hat der Beklagte Berufung eingelegt.

Dr. Elisabeth Stöve
Vorsitzende Richterin am Landgericht
Pressesprecherin des Landgerichts

Rechtlicher Hinweis:

Dem Landgericht Düsseldorf sind im Wege der Zuständigkeitskonzentration nach § 72 Abs. 2 GVG in der Berufungsinstanz alle Streitigkeiten nach dem Wohnungseigentumsgesetz im Bezirk des Oberlandesgerichts Düsseldorf zugewiesen.

So kommt es, dass ein Urteil des Amtsgerichts Mönchengladbach in der Berufungsinstanz beim Landgericht Düsseldorf verhandelt wird.

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