Justizministerium NRW
Quelle: Justiz NRW

Grußwort von Minister der Justiz Peter Biesenbach zur Amtseinführung der Leiterin der Justizvollzugsanstalt Düsseldorf, Leitende Regierungsdirektorin Beate Peters, und Würdigung der Amtsvorgängerin, Leitende Regierungsdirektorin Elke Krüger

31.07.2018

Es gilt das gesprochene Wort!

Anrede,

es freut mich, Sie heute alle hier in der Justizvollzugsanstalt Düsseldorf begrüßen zu dürfen und mit Ihnen gemeinsam den bereits vollzogenen Wechsel an der Spitze dieser Behörde feierlich zu begehen. In diesem Zusammenhang darf ich Sie, sehr geehrte Frau Peters, herzlich in der Justizvollzugsanstalt Düsseldorf willkommen heißen und offiziell in Ihr neues Amt als Leiterin dieser Behörde einführen. Zugleich möchte ich aber auch nicht die Gelegenheit versäumen, Ihre Amtsvorgängerin, Frau Leitende Regierungsdirektorin Elke Krüger, an ihrer alten Wirkungsstätte zu verabschieden und ihr für die hier geleistete Arbeit meinen herzlichsten Dank auszusprechen.

Sehr geehrte Frau Krüger,

gerade einmal vier Wochen ist es her, dass ich Sie in der Justizvollzugsanstalt Aachen in das Amt der neuen Leiterin dieser Behörde einführen durfte. Sie haben sich in Aachen als perfekte Gastgeberin gezeigt und ich möchte daher gern den heutigen Anlass nutzen und mich für den angenehmen Termin in Ihrer neuen dienstlichen Heimat bedanken.

Ihren ersten Arbeitstag als Anstaltsleiterin in Aachen hatten sie schon viel früher, nämlich im Dezember letzten Jahres. Insofern ist seit Ihrem Abschied von den Kolleginnen und Kollegen hier in Düsseldorf bereits einige Zeit vergangen, so dass mit Ihrer offiziellen Verabschiedung heute sicherlich auch ein gutes Stück Wiedersehensfreude auf beiden Seiten verbunden ist.

Wahrscheinlich sind Sie den meisten Gästen unserer Feier bestens bekannt. Gestatten Sie mir dennoch einen Blick auf Ihr bisheriges Wirken. Denn so eine Verabschiedung ist stets auch eine Würdigung der Person und ihrer Verdienste, was schwerlich ohne einen Blick zurück zu leisten wäre.

Sehr geehrte Frau Krüger,

Sie stammen gebürtig aus Bayern, sind aber bereits während Ihres Studiums der Rechtswissenschaften, das Sie ursprünglich in Augsburg begannen, nach Köln gewechselt. Und Sie haben offensichtlich Gefallen am Rheinland gefunden, denn Sie sind uns hier erhalten geblieben. Auch Ihr Referendariat absolvierten Sie in Köln. Allerdings hat es Sie nach der zweiten juristischen Staatsprüfung nicht sofort zum Justizvollzug gezogen. Sie arbeiteten zunächst ein Jahr bei einem Versicherungsunternehmen. Im August 1994 schließlich wechselten Sie in den höheren Vollzugs- und Verwaltungsdienst des Landes Nordrhein-Westfalen.
Im Laufe ihrer beruflichen Karriere hatten Sie die Gelegenheit, in zahlreichen Justizvollzugsanstalten unseres Landes Berufserfahrungen als Vollzugsjuristin sammeln zu können. So waren sie bereits früher in den Justizvollzugsanstalten Aachen und Düsseldorf tätig. Aber auch nach Köln, Willich I, Wuppertal und Remscheid führten Sie Ihre dienstlichen Einsätze. Aufsichtsbehördliche Erfahrungen sammelten Sie im ehemaligen Justizvollzugsamt Rheinland und im nordrhein-westfälischen Ministerium der Justiz.

Schon früh machten Sie durch herausragende Leistungen auf sich aufmerksam. Daher sind Ihnen bereits nach vier Jahren beruflicher Tätigkeit Führungsaufgaben anvertraut worden, als Ihnen in der Justizvollzugsanstalt Remscheid die Stelle der ständigen Vertreterin des Behördenleiters übertragen wurde. Stellvertretende Anstaltsleitungsaufgaben nahmen Sie von 2002 bis 2005 auch bereits in der Justizvollzugsanstalt Düsseldorf wahr. Neun Monate davon leiteten Sie die Anstalt kommissarisch.

Wobei wir nicht von der Justizvollzugsanstalt sprechen, in der wir uns heute befinden:

Die alte Justizvollzugsanstalt Düsseldorf, auch als „Ulmer Höh“ bekannt, lag noch inmitten der Stadt Düsseldorf selbst. Sie, sehr geehrte Frau Krüger, begannen im Sommer 2004 gemeinsam mit dem damaligen Anstaltsleiter, Leitenden Regierungsdirektor a.D. Bernhard Lorenz, mit der Erarbeitung eines Betriebskonzepts für den Neubau der altersbedingt abgängigen Anstalt. Insofern ist es auch Ihr Verdienst, dass wir heute hier am neuen Standort in Ratingen stehen. Durch die frühzeitige und enge Einbindung von Vollzugspraktikern in die Bauplanungen für den Anstaltsneubau wurden mit dieser Anstalt Standards gesetzt, die noch immer als baulicher Maßstab eines zeitgemäßen Justizvollzugs gelten. Daher ist die Justizvollzugsanstalt Düsseldorf in vielerlei Hinsicht Referenzanstalt für die noch vor uns liegenden Bau- und Sanierungsobjekte. Nur beispielhaft möchte ich an dieser Stelle das Ihnen allen sicher hinlänglich bekannte Justizvollzugsmodernisierungsprogramm nennen, das uns in den nächsten Jahren begleiten und sicher noch vor einige Herausforderungen stellen wird, wobei wir als neue Landesregierung uns auch damit befassen wollen, ob es an der einen oder anderen Stelle baulicher Verbesserungsbedarf für künftige Neubauten gibt.

Mit der Leitung der Justizvollzugsanstalt Moers-Kapellen wurde Ihnen, sehr geehrte Frau Krüger, im April 2005 erstmals die alleinige Verantwortung für eine Behörde übertragen. Im Januar 2014 schließlich übernahmen Sie die Anstaltsleitung der neuen Justizvollzugsanstalt Düsseldorf, der Sie bis Dezember 2017 vorstanden, bevor Sie in die Leitung der Justizvollzugsanstalt Aachen wechselten.

Sehr geehrte Frau Krüger,

Sie haben sich in Ihrer vierjährigen Tätigkeit hier in Düsseldorf nicht zuletzt durch Ihren hohen persönlichen Arbeitseinsatz und Ihre überaus fundierte fachliche Kompetenz großen Respekt und die allseitige Anerkennung Ihrer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter vor Ort erarbeitet. Diese durften Sie als allzeit ansprechbare, interessierte und zugewandte Chefin kennen- und schätzen lernen. Mit Fug und Recht kann ich in der Rückschau schlussfolgern, dass Sie die Justizvollzugsanstalt Düsseldorf sehr erfolgreich geleitet haben. Mit Ihnen hat sich der Vollzug am Standort Ratingen etabliert und dafür gebührt Ihnen mein aufrichtiger Dank und persönlicher Respekt.

Ich möchte an dieser Stelle aber auch nicht versäumen, Ihrer ständigen Vertreterin, Frau Regierungsdirektorin Ulrike Müller, zu danken.

Sehr geehrte Frau Müller,

fast ein halbes Jahr lang haben Sie nach dem Weggang Ihrer früheren Chefin die Justizvollzugsanstalt Düsseldorf stellvertretend geleitet. Gerade mit Blick auf den schwierigen Spagat zwischen Familie und Beruf liegen damit fordernde Zeiten hinter Ihnen. Dessen bin ich mir bewusst. Sie haben diese besondere Beanspruchung gut gemeistert und die Anstalt auf Kurs gehalten. Dafür gilt Ihnen und dem gesamten Team der Justizvollzugsanstalt Düsseldorf mein besonderer Dank.  

Damit komme ich nun gern zum Kernanliegen unseres heutigen Termins zurück.

Wie angekündigt, möchte ich Sie, sehr geehrte Frau Peters, als neue Leiterin der Justizvollzugsanstalt Düsseldorf in Ihr Amt einführen.

Bereits seit dem 1. Juni dieses Jahres verstärken Sie das Team der Justizvollzugsanstalt Düsseldorf, zunächst als kommissarische Leiterin, seit Anfang Juli sind Sie als Behördenleiterin bestellt. Nach gut 24-jähriger Tätigkeit im nordrhein-westfälischen Justizvollzug werden Sie vielen der heute hier Anwesenden persönlich bekannt sein. Erlauben Sie mir dennoch, Sie aus Anlass Ihrer feierlichen Amtseinführung und hier im neuen Kollegenkreis noch einmal persönlich vorzustellen.

Sehr geehrte Frau Peters,
Sie haben inzwischen das Rheinland zu Ihrem persönlichen und dienstlichen Lebensmittelpunkt gewählt. Ihre ersten Lebensstationen hingegen konzentrierten sich  noch auf den nördlicheren Teil unseres Landes. Sie sind in Hamm geboren und aufgewachsen. An der Westfälischen Wilhelms-Universität in Münster haben Sie Rechtswissenschaften studiert und beim Landgericht Münster Ihr Referendariat absolviert. Nach der zweiten juristischen Staatsprüfung waren Sie kurz in der Rechtsabteilung des Arbeitsamts Hamm tätig, bevor Sie im Juli 1993 in den höheren Vollzugs- und Verwaltungsdienst des Landes eintraten. Der für Vollzugsjuristinnen und –juristen übliche Einführungsumlauf hat Sie in die Justizvollzugsanstalten Münster, Herford, Bielefeld-Senne, Hagen und Werl geführt. Sie sammelten umfängliche aufsichtsbehördliche Erfahrungen im früheren Justizvollzugsamt Westfalen-Lippe sowie im Rahmen verschiedener Abordnungstätigkeiten im Ministerium der Justiz, zuletzt von April 2016 bis April 2017 als Referatsleiterin eines der Behandlungsreferate der Justizvollzugsabteilung.

Seit Anfang 2002 waren Sie in leitender Funktion im nordrhein-westfälischen Justizvollzug tätig und blicken damit bereits auf beeindruckende 14 Jahre Behördenleitungserfahrung zurück. Neben dem Justizvollzugskrankenhaus des Landes in Fröndenberg haben Sie mit den Justizvollzugsanstalten Duisburg-Hamborn und Willich I bereits zwei Anstalten des geschlossenen Männervollzuges geleitet.

Im April 2017 schließlich haben Sie sich zu einer beruflichen Veränderung entschlossen. Sie sind als Personalreferatsleiterin in die Präsidialabteilung des Landesrechnungshofes Nordrhein-Westfalen gewechselt.

Während Ihrer langjährigen beruflichen Tätigkeit haben Sie, sehr geehrte Frau Peters, sich stets flexibel und veränderungsbereit gezeigt. Bei dem Streben nach neuen beruflichen Herausforderungen haben Sie die nordrhein-westfälische Vollzugslandschaft umfassend kennengelernt und Ihr Leistungsprofil sowie Ihren Erfahrungsschatz nicht zuletzt auch durch die Tätigkeit beim Landesrechnungshof noch einmal deutlich verbreitert.

Nun freue ich mich sehr, dass Sie sich dem nordrhein-westfälischen Justizvollzug auch nach Ihrem beruflichen Wechsel weiterhin verbunden gefühlt und Interesse an einer Rückkehr in unseren Geschäftsbereich gezeigt haben, als sich die Möglichkeit hierfür ergab.

Die Justizvollzugsanstalt Düsseldorf übergebe ich daher gern in Ihre Hände. Ich weiß, dass Sie, sehr geehrte Frau Peters, für die vor Ihnen liegenden Leitungsaufgaben bestens gerüstet sind. Ihr in den Vortätigkeiten gezeigtes engagiertes Eintreten für die Belange der Behörde, der Sie vorstehen, sowie Ihr unkomplizierter und auf ein einbeziehendes Miteinander ausgerichteter Führungsstil werden Ihnen den Einstand hier in Düsseldorf erleichtern.

Nicht vergessen werden darf an dieser Stelle, dass die Umsetzung der eigentlichen Kernaufgabe einer Strafvollzugsanstalt, Gefangene zu befähigen, künftig in sozialer Verantwortung ein Leben ohne Straftaten zu führen, nur durch den tatkräftigen Einsatz Vieler gestemmt werden kann. Den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der Justizvollzugsanstalt Düsseldorf möchte ich daher meinen ausdrücklichen Dank für die engagierte Arbeit aussprechen, die Sie hier tagtäglich leisten. Ich verbinde dies mit der Bitte, Ihrer neuen Chefin dieselbe Unterstützung und das Vertrauen entgegen zu bringen wie zuvor ihrer Amtsvorgängerin.

Nun darf ich Sie, sehr geehrte Frau Peters, hierher zu mir nach vorne bitten, um Ihnen Ihre Ernennungsurkunde auszuhändigen.

Sehr geehrte Frau Peters,

ich wünsche Ihnen für die vor Ihnen liegenden Aufgaben als Leiterin der Justizvollzugsanstalt Düsseldorf viel Erfolg, eine glückliche Hand und weiterhin die Freude an Ihrem Beruf, durch die Ihre bisherigen dienstlichen Einsätze auch stets gekennzeichnet waren.

Vielen Dank für Ihre Aufmerksamkeit.




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