Justizministerium NRW
Quelle: Justiz NRW

Grußwort des Ministers der Justiz Peter Biesenbach anlässlich des Startschusses für einen Bereich „Leichte Sprache“ bei den Amtsgerichten und Landgerichten in der Fachhochschule für Rechtspflege NRW

05.07.2019

Es gilt das gesprochene Wort!


Sehr geehrte Damen und Herren,

ich freue mich, heute für alle Internetauftritte der Amts- und Landgerichte einen Bereich freischalten zu können, der für Menschen mit einer Lese- oder Lernschwäche vorbereitet wurde, damit diese die Justiz und ihr “Fachchinesisch“ besser verstehen können.

Das Gesetz zur Gleichstellung von Menschen mit Behinderungen sieht ausdrücklich die Verwendung und den Einsatz der Leichten Sprache vor. Da heißt es u. a. im § 11 „Träger öffentlicher Gewalt sollen mit Menschen mit geistigen Behinderungen und Menschen mit seelischen Behinderungen in einfacher und verständlicher Sprache kommunizieren“.

Das ist sicher leichter gesagt als getan. Gerade wir in der Justiz sind nicht gerade dafür bekannt, in verständlicher Sprache zu kommunizieren. Umso wichtiger ist es, sich mit diesem Thema tagtäglich auseinanderzusetzen und - wie in diesem Fall - gute Beispiele zu setzen.

Dabei halte ich in dem von Ihnen neu geschaffenen Bereich insbesondere das erstellte Rechtswörterbuch für ein gutes Beispiel. Erklärt es doch die wichtigsten juristischen Begriffe mit leicht verständlichen Grafiken.

Die Erläuterung der jeweiligen Abteilungen eines Amtsgerichts in Einfacher Sprache ist dabei meiner Meinung nach besonders gelungen. Von „B“ wie Beratungshilfe bis „Z“ zur Zwangsvollstreckung findet sich dort jede Abteilung wieder, die es beim Amtsgericht gibt.

Ein solches Projekt meine Damen und Herren, erfordert von den Akteuren natürlich Fachkenntnis, aber eben auch erhebliches Wissen über den Umgang und die Anwendung der leichten Sprache. Dass beides in hohem Maße vorhanden war, sieht man den Ergebnissen deutlich an.

Ich möchte daher allen an dem Projekt Beteiligten ganz herzlich für ihr Engagement danken. Auch hier geht die Justiz des Landes Nordrhein-Westfalen als Vorreiter voran. Ein solches Angebot ist bundesweit einzigartig und ein gutes Beispiel, dass die Justiz auch die „Einfache Sprache“ kann.



Für Fragen, Kommentare und Anregungen steht Ihnen zur Verfügung: pressestelle@jm.nrw