Justizministerium NRW
Quelle: Justiz NRW

Grußwort des Ministers der Justiz Peter Biesenbach anlässlich der Verleihung des Verdienstkreuzes am Bande des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland an Herrn Ewald Vogeshaus

04.03.2020

Es gilt das gesprochene Wort!

Sehr geehrter Herr Vogeshaus,
sehr geehrter Herr Römer,
sehr geehrte Damen und Herren,

ich begrüße Sie sehr herzlich hier im Ministerium der Justiz. Es ist mir eine ganz besondere Freude, heute zwei Persönlichkeiten mit jeweils einem der höchsten Orden der Bundesrepublik Deutschland ehren zu dürfen.

Dabei handelt es sich wahrlich um ein außergewöhnliches Ereignis - als Minister der Justiz darf ich an ein und demselben Tag gleich zwei Bürger unseres Landes auszeichnen, die sich in beeindruckender Weise ehrenamtlich engagiert haben.

Sehr geehrter Herr Vogeshaus,

lassen Sie mich mit Ihnen beginnen: Der Bundespräsident hat Ihnen auf Vorschlag von Herrn Ministerpräsidenten Laschet das Verdienstkreuz am Bande des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland verliehen.
Der Verdienstorden ist eine Auszeichnung, die die Bundesrepublik für besondere Verdienste um das Gemeinwohl ausspricht. Ich freue mich persönlich sehr, Ihnen die Ordensinsignien und die Verleihungsurkunde aushändigen zu dürfen und dies gemeinsam mit Ihrer lieben Familie und Ihren persönlichen Gästen feiern zu können.

Sehr geehrter Herr Vogeshaus,

Ihrer Familie und Ihren weiteren Gästen sind Ihr Lebensweg und Ihre Verdienste, für die wir Sie heute ehren, natürlich bestens bekannt. Erlauben Sie mir gleichwohl, dass ich Sie auch allen anderen Anwesenden kurz vorstelle und vor allem Ihr langjähriges Engagement im sozialen und kommunalpolitischen Bereich noch einmal zusammenfasse.

Sie wurden 1947 in Gescher geboren, sind verheiratet und Vater von erwachsenen Kindern.
Bis zu Ihrer Pensionierung im Februar 2011 waren Sie als Lehrer an der „Bischöflichen Canisiusschule“, einem Gymnasium in Ahaus, tätig.

Die Ordensauszeichnung erhalten Sie, weil Sie sich aufgrund Ihres jahrelangen ehrenamtlichen Engagements im sozialen und kommunalpolitischen Bereich auszeichnungswürdige Verdienste erworben haben.

Seit sage und schreibe über 30 Jahren setzen Sie sich nunmehr ebenso unermüdlich wie erfolgreich für die Hilfe und Unterstützung von Kriminalitätsopfern in der Opferschutzorganisation „WEISSER RING“ ein. In deren Landesverband NRW/Westfalen Lippe haben Sie ab dem Jahr 1987 die Außenstelle Kreis Borken mit aufgebaut und zusätzlich die für eine wirkungsvolle Opferhilfe erforderliche Netzwerkstruktur geschaffen. Die ersten 15 Jahre sorgten Sie alleine dafür, dass die Betreuung der Kriminalitätsopfer sichergestellt wurde.

Nach und nach konnten Sie aber weitere ehrenamtliche Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter anwerben, sodass nunmehr 15 Personen am Standort Borken für die Betreuung von Kriminalitätsopfern zur Verfügung stehen. Sie, lieber Herr Vogeshaus, sind gleichwohl die erste Kontaktperson für die Betroffenen geblieben - und natürlich weiterhin der erste Ansprechpartner für alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Außenstelle Borken.

Ihr Team der Außenstelle Borken begleitet jährlich etwa 200 Kriminalitätsfälle. Sie leisten den Opfern den so wichtigen menschlichen Beistand, stehen ihnen mit Rat und Tat zur Seite und geben insbesondere Hinweise, wie man sich durch einen Rechtsanwalt vertreten lassen kann. In Notfällen kümmern Sie sich zusätzlich um die Übernahme der Anwaltskosten. Opfer erhalten bei Bedarf Unterstützung bei Behördengängen, Gerichtsverhandlungen und bei der Wohnungssuche. Alle Anrufe beim sog. Opfertelefon laufen direkt an Ihrem Privatanschluss auf.

Sie leiten die Hilfesuchenden   falls erforderlich   an eine Mitarbeiterin oder einen Mitarbeiter Ihres Teams weiter, damit z. B. eine zeitnahe finanzielle Soforthilfe oder ähnliche Unterstützungsleistungen erfolgen können.

Zusätzlich leisten Sie laufend Öffentlichkeitsarbeit, um für das Thema „Kriminalitätsopfer“ zu sensibilisieren. Insbesondere am 22. März, dem „Tag der Kriminalitätsopfer“, berichten Sie regelmäßig - etwa in Zeitungsinterviews - über die Arbeit und die Hilfeangebote des „WEISSEN RINGS“.

Lieber Herr Vogeshaus,

über Ihr - eindrucksvolles - Engagement für den „WEISSEN RING“ hinaus haben Sie sich in Ihrem Wohnort Gescher auch kommunalpolitisch engagiert. Sie waren in den Jahren 1994 bis 1999 Ratsmitglied der Stadt Gescher und parteipolitisch für die UWG Gescher aktiv.

Außerdem sind Sie seit einigen Jahren ehrenamtlich für die Initiative „Offene Weihnacht“ in Gescher tätig.

Dort organisieren Sie mit weiteren Ehrenamtlichen jedes Jahr an Heiligabend eine Weihnachtsfeier mit einem gemeinsamen Essen für alleinstehende und benachteiligte Menschen.

Sehr geehrter Herr Vogeshaus,

Sie haben sich seit Jahrzehnten in bemerkenswerter Weise für das Allgemeinwohl engagiert. Verstehen Sie den Verdienstorden als Dank und Anerkennung für Ihre ganz persönliche Lebensleistung.

Ich darf Sie nunmehr zu mir bitten, um Ihnen die Ordensinsignien und die Verleihungsurkunde  auch mit den besten Grüßen und Glückwünschen des Herrn Ministerpräsidenten unseres Landes  auszuhändigen.

Für Fragen, Kommentare und Anregungen steht Ihnen zur Verfügung: pressestelle@jm.nrw.de