Justizministerium NRW
Quelle: Justiz NRW

Grußwort des Ministers der Justiz Peter Biesenbach anlässlich der Amtseinführung des Präsidenten des Finanzgerichts Düsseldorf, Harald Junker, und Würdigung seines Amtsvorgängers, Ministerialdirigent Dr. Hans-Josef Thesling

04.07.2019

Es gilt das gesprochene Wort!

Meine sehr verehrten Damen,
sehr geehrte Herren,

es ist mir eine große Freude, mit Ihnen hier im „Industrieclub“ den Wechsel an der Spitze des Finanzgerichts Düsseldorf feiern zu dürfen. Der bisherige Präsident, Dr. Hans-Josef Thesling, ist bereits im Dezember 2018 zum Ministerialdirigenten ernannt und zum Leiter der Zentralabteilung meines Hauses bestellt worden. Ihm heute zu danken, ist mir ein besonderes Anliegen. Zugleich möchte ich seinen Nachfolger, Herrn Harald Junker, in sein neues Amt einführen.

Lieber Herr Dr. Thesling,

zunächst gebühren Ihnen Dank und Anerkennung für Ihre Leistungen in der Finanzgerichtsbarkeit unseres Landes. Zwei gute Jahre haben Sie das Finanzgericht Düsseldorf geleitet, bis Sie sich dankenswerterweise bereit erklärt haben, die Arbeit im Ministerium der Justiz und damit meine Arbeit zu unterstützen.

Lassen Sie, lieber Herr Dr. Thesling, uns aber noch einmal in die Vergangenheit blicken und diese Revue passieren lassen:

Sie wurden 1961 in der Kreisstadt des westlichsten Kreises unseres Landes − in Heinsberg − geboren und wuchsen dort auch auf. Dort leben Sie auch heute mit Ihrer Ehefrau. Ihre drei Kinder sind inzwischen erwachsen und „aus dem Haus“.

Zum Studium der Rechtswissenschaften zog es Sie nach Bonn, wo Sie später auch zum Doktor der Rechte promoviert wurden. Nachdem Sie Ihre berufliche Laufbahn im Januar 1989 als Rechtsanwalt in Aachen begannen, sind Sie bereits im Dezember desselben Jahres in den höheren Dienst der Finanzverwaltung eingetreten. Sechs Jahre später – 1995 – sind Sie zunächst im Abordnungswege in den Justizdienst eingetreten. Ihre erste Stammdienststelle in der Justiz sollten Sie später einmal leiten: das Finanzgericht in Düsseldorf.

Zwischen Ihrer ersten Tätigkeit im Finanzgericht und der Ernennung zum Präsidenten des Finanzgerichts lagen aber noch einige Stationen, die für Ihren Lebensweg gleichermaßen prägend waren. Nur acht Jahre nach der Ernennung zum Richter am Finanzgericht wurden Sie an die Staatskanzlei abgeordnet, anderthalb Jahre später in die Verwaltung des Landtages versetzt. Nach elf Jahren in der Landtagsverwaltung kehrten Sie an den Ort Ihrer richterlichen Wurzeln – an das Finanzgericht Düsseldorf – zurück; diesmal als Präsident.

Ihre richterliche Prägung konnte man auch nach gut zwölf Jahren in der Landesverwaltung sehr schnell erkennen. Ihr sofortiger und unermüdlicher Einsatz für die Belange der Finanzgerichtsbarkeit des Landes im Allgemeinen und des Finanzgerichts Düsseldorf im Besonderen hat Sie ganz schnell – wieder – zu einem echten Angehörigen dieses Hauses und der Finanzgerichtsbarkeit werden lassen. Ihre Autorität stand deshalb bereits kurz nach Ihrem Amtsantritt außer Frage.

Für die Kolleginnen und Kollegen Ihres Hauses, für die nordrhein-westfälische Finanzgerichtsbarkeit aber auch für die Kolleginnen und Kollegen der anderen Gerichtsbarkeiten und für das Ministerium haben Sie sich stets als offener, zupackender und verlässlicher Gesprächspartner gezeigt.

Das Finanzgericht Düsseldorf verliert mit Ihnen einen Präsidenten, der die Geschäfte des Hauses intern, wie auch gegenüber den anderen Häusern sicher geleitet und damit das Ansehen des Düsseldorfer Finanzgerichts gemehrt hat. Dieses Fazit, da bin ich mir sicher, findet nicht nur hier in Düsseldorf, sondern in der gesamten Finanzgerichtsbarkeit uneingeschränkte Zustimmung.

Zum Glück – und das ist bei der Würdigung scheidender Präsidentinnen oder Präsidenten von Obergerichten selten – muss die Justiz noch nicht auf Ihre Schaffenskraft verzichten. Denn Sie treten noch nicht in Ruhestand, sondern haben vielmehr im November des letzten Jahres neue Aufgaben übernommen. Sie sind nun bei mir im Haus der Leiter der Zentralabteilung. Ihnen obliegt es damit auch weiterhin,
– insbesondere in personeller Hinsicht – die Belange der Finanzgerichtsbarkeit zu lenken. Ihr Geschick hierfür werden Sie auch künftig – da bin ich sicher – in vertrauter Zusammenarbeit mit Ihrem Amtsnachfolger, Herrn Präsidenten des Finanzgericht Harald Junker, und den beiden anderen Finanzgerichtspräsidenten, Herrn Scharpenberg aus Köln und Herrn Wolsztynski aus Münster, einsetzen.

Ihre starke berufliche Inanspruchnahme und die stets neuen Herausforderungen haben wahrscheinlich dazu geführt, dass private Interessen oft zurückstehen mussten. Gleichwohl weiß ich, dass Sie ein paar außerdienstliche – eng mit Ihrer Heimat am Niederrhein verbundene – Leidenschaften nie aus dem Blick verloren haben.

Eine dieser Leidenschaften, die ich hier hervorheben möchte, gehört dem Reisen, und zwar oft und gerne mit dem Fahrrad. So haben Sie schon unzählige Radtouren – gerne am Niederrhein oder auch in den Niederlanden und Belgien – unternommen und in diesem Rahmen Ihren außerordentlich breit gefächerten kulturellen und historischen Interessen nachgehen können.
Auch eine zweite private Leidenschaft kann nicht unerwähnt bleiben. Sie heißt Borussia Mönchengladbach! Jeder, der Sie kennt, weiß, dass Sie als glühender Anhänger jedem Spiel der Fohlenelf entgegenfiebern und – bildlich gesprochen – die Raute in Ihrem Herzen tragen.

Dass Sie Ihrer Heimat eng verbunden sind, kann man sehr anschaulich auch an Ihrem kommunalpolitischen Engagement erkennen. So setzen Sie sich seit mittlerweile mehreren Jahrzehnten als Mitglied des Kreistages Heinsberg für die Belange Ihrer Heimat ein.

Lieber Herr Dr. Thesling,

für Ihr Wirken im Dienste der Finanzgerichtsbarkeit unseres Landes danke ich Ihnen sehr herzlich. Ich habe keinen Zweifel, dass Sie Ihren erfolgreichen Werdegang als Leiter der Abteilung Z meines Hauses nahtlos fortsetzen werden.

Meine sehr verehrten Damen,
sehr geehrter Herren,

die durch Versetzung von Herrn Dr. Thesling entstandene Lücke in der Leitung des Finanzgerichts Düsseldorf kann heute zum Glück schon wieder geschlossen werden. Den Nachfolger von Herrn Dr. Thesling, Herrn Präsident des Finanzgerichts Harald Junker, in sein neues Amt einzuführen, ist mir eine große Freude.

Lieber Herr Junker,

am 29. Mai diesen Jahres durfte ich Sie im Namen der Landesregierung zum Präsidenten des Finanzgerichts in Düsseldorf ernennen.

Auch Sie sind vielen der hier Anwesenden bestens vertraut. Gleichwohl möchte ich in Ihrem Falle ebenfalls die Gelegenheit wahrnahmen, Ihren beruflichen Werdegang noch einmal kurz zu skizzieren:

Nach dem zweiten Staatsexamen bewarben Sie sich in den richterlichen Dienst der Verwaltungsgerichtsbarkeit und wurden am 30. Dezember 1982 als Richter auf Probe dem Verwaltungsgericht Düsseldorf zugewiesen. 1985 erfolgte Ihre Ernennung zum Richter auf Lebenszeit.

Gut fünf Jahre später wurden Sie im März 1991 dem Geschäftsbereich des Präsidenten des Finanzgerichts zugewiesen, blieben aber einstweilen Richter am Verwaltungsgericht. Nach der für Finanzrichter damals obligatorischen Teilnahme an den für Regierungsräte vorgesehenen Lehrgängen der Bundesfinanzakademie wurden Sie im Dezember 1992 zum Richter am Finanzgericht ernannt.

2005 bewarben Sie sich erfolgreich auf die Stelle eines Vorsitzenden Richters am Finanzgericht. In der Beurteilung, die aus diesem Anlass gefertigt wurde, hob der damalige Präsident des Finanzgerichts Helmut Plücker neben Ihren richterlichen Leistungen auch Ihren Einsatz in der Gerichtsverwaltung – dort insbesondere im Bereich der Informationstechnologie und der Organisationsentwicklung – hervor.

In Bezug auf die Informationstechnik haben Sie, lieber Herr Junker, bereits früh erkannt, welche Bedeutung dieser Bereich für eine moderne Justiz haben wird.

Bereits zu Zeiten als die Informationstechnik noch „ADV“ und später „EDV“ hieß, haben Sie im Bereich von Datensicherheit und Datenschutz Leistungen erbracht, die bis heute Grundlage unserer Arbeit sind. Dass NRW hinsichtlich der Einführung der E-Akte in der bundesweiten Spitzengruppe rangiert und die elektronische Akte bei den Finanzgerichten einen so hohen Verbreitungsgrad hat, ist auch Ihrem Engagement zu verdanken. Sorgfältiges und akribisches Arbeiten gepaart mit einer passenden Portion Pragmatismus und ein hohes Verständnis für die Bedürfnisse der Justiz und deren Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter haben hierbei Ihr Handeln geprägt.

Im Jahr 2008 wurden Sie mit Ihrer Ernennung zum Vizepräsidenten zum Stellvertreter der Gerichtspräsidenten. Das Ihnen durch Urkundenaushändigung vom 29. Mai 2019 übertragene Amt ist Ihnen seither bereits aus Vertretungssituationen bekannt.

Trotz der anstehenden neuen Aufgaben bleibt hoffentlich noch ausreichend Zeit für Ihre privaten Aktivitäten. Diese sind – wie mir zugetragen wurde – sehr vielfältig. Als „Design-Experte“ sind Sie regelmäßig auf der Internationalen Möbel- und Einrichtungsmesse in Köln anzutreffen.

Zudem sind Sie als langjähriger aktiver Teilnehmer des Neusser Schützenfestes bekannt. Auch Kabarettbesuche – insbesondere im Komödchen – sind nicht selten.

Da ich weiß, dass Sie bei all Ihren Hobbies auch ein ausgeprägter Familienmensch sind, freue ich mich sehr für Sie, dass Sie demnächst Großvater werden. Ihrer Frau und Ihnen wünsche ich viel Freude mit dem Enkelkind und alles Gute!

Lieber Herr Junker,

als fachlich sehr anerkanntem Steuerrechtler und ausgewiesenem Verwaltungsfachmann verfügt das Finanzgericht mit Ihnen über einen neuen Präsidenten, der die Geschicke des Hauses mit ruhiger und gelassener Hand leiten wird. Ihr auf hohem Engagement beruhendes Amtsverständnis geht weit über das vom Präsidenten des Oberverwaltungsgerichts im Jahr 1982 attestierte „ernsthafte berufliche Interesse“ hinaus. Dies und Ihre persönlich und menschlich zugewandte, offene Art hat Ihnen bereits in der Vergangenheit den Respekt der Kolleginnen und Kollegen eingebracht. Mit Ihnen sitzt die richtige Person am richtigen Ort! Lieber Herr Junker, ich freue mich auf die Zusammenarbeit!

Sehr geehrter Herr Dr. Thesling, sehr geehrter Herr Junker,

ich darf Sie nun beide zu mir bitten, damit ich Ihnen Beiden für das bisher Geleistete danken und für die neuen Ämter alles Gute wünschen kann.

Ihnen, meine sehr verehrten Damen und Herren, danke ich für Ihre Aufmerksamkeit.




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