Justizministerium NRW
Quelle: Justiz NRW

Grußwort des Justizstaatssekretärs Dirk Wedel anlässlich der Amtseinführung des Präsidenten des Landgerichts Paderborn, Dr. Michael Haas, und Würdigung seines Amtsvorgängers, Präsident des Landgerichts Klemens Thiemann

09.12.2019

Es gilt das gesprochene Wort!

Meine sehr verehrten Damen und Herren,

ich freue mich sehr, dass ich Sie heute hier im Rathaus von Paderborn begrüßen darf, um den Wechsel an der Spitze des Landgerichts Paderborn feierlich mit Ihnen zu begehen. Den bisherigen Präsidenten, Klemens Thiemann, hat die Landesregierung im Dezember des vergangenen Jahres zum neuen Präsidenten des Landgerichts Dortmund ernannt. Ihn wollen wir heute an seiner alten Wirkungsstätte verabschieden. Zugleich möchte ich Ihnen seinen Nachfolger Dr. Michael Haas vorstellen und ihn in sein neues Amt einführen.

Sehr geehrter Herr Thiemann,

Ihre bisherigen Verdienste um die Justiz des Landes Nordrhein-Westfalen hat Minister Biesenbach schon anlässlich Ihrer Einführung in das Amt des Präsidenten des Landgerichts Dortmund würdigen können. Da viele der heute Anwesenden auch damals zugegen waren, möchte ich Ihre bisherigen Stationen nur kurz Revue passieren lassen:

Ihre richterliche Karriere begann im Juni 1986 bei dem Landgericht Dortmund. Nach weiteren Stationen bei den Amtsgerichten Unna, Bochum und Recklinghausen, bei dem Landgericht Münster sowie im Rahmen des Laufbahnwechsels bei der dortigen Staatsanwaltschaft erhielten Sie Ihre erste Planstelle 1990 bei dem Landgericht Dortmund. Nach gut eineinhalb Jahren wechselten Sie an das Landgericht Münster, wo man alsbald Ihr Talent auch für alle Fragen der Gerichtsverwaltung entdeckte und Sie u.a. als Präsidialrichter fungierten. Anfang 1995 rief Sie das Oberlandesgericht Hamm zur Erprobung in einen für Banksachen zuständigen Senat. Die Erprobung absolvierten Sie so herausragend, dass man Sie direkt in Hamm behielt, zunächst im Wege der Abordnung, ab September 1996 dann als Richter am Oberlandesgericht. Sie übernahmen Tätigkeiten in verschiedenen Zivilsenaten, vor allem aber in der Verwaltung des Oberlandesgerichts, zunächst als Leiter des für die Angelegenheiten der Rechtsanwälte und Notare zuständigen Dezernats, später als Personaldezernent für den gehobenen Dienst.

Im Januar 2002 kehrten Sie nach Münster zurück, nun im herausgehobenen Amt eines Vizepräsidenten.
Sechseinhalb Jahre später, im August 2008, war es dann so weit, dass Sie als Präsident erstmals mit der Leitung eines Landgerichts betraut wurden, des Landgerichts Paderborn.

Als Präsident lag der Schwerpunkt Ihres Wirkens im Bereich der Personalentwicklung, eine Aufgabe, der Sie stets mit besonderer Leidenschaft nachgegangen sind. Mit aller Kraft haben Sie sich für die Belange der Ihnen anvertrauten Bediensteten eingesetzt, die neben Ihrer Kollegialität vor allem Ihre unbedingte Verlässlichkeit besonders zu schätzen wussten. Hervorzuheben sind sicherlich Ihre kontinuierlichen Anstrengungen bei der Konzeptionierung vielfältiger Maßnahmen zur Gewinnung des juristischen Nachwuchses. Dass Referendararbeitsgemeinschaften auch in einem ländlich geprägten Raum wie Paderborn dank ausreichender Nachfrage regelmäßig eingerichtet werden können, ist keineswegs eine Selbstverständlichkeit und verdient Anerkennung. Ausdruck Ihrer intensiven Bemühungen ist auch die Kooperation mit der Universität Bielefeld, in deren Rahmen den Studierenden Praktika am Landgericht angeboten werden. Zugleich wird jungen Planrichterinnen und Planrichtern des Bezirks an der Universität die Durchführung von Tutorials übertragen. Hinzu kommen weiterführende Informationsveranstaltungen für Referendarinnen und Referendare, in denen die richterliche Tätigkeit potenziellen Bewerberinnen und Bewerbern durch Erfahrungsberichte nahegebracht wird.
Nicht zuletzt mit Perspektivgesprächen haben Sie junge Nachwuchskräfte frühzeitig für eine spätere richterliche Tätigkeit an den Bezirk gebunden, dessen Anziehungskraft Sie mit Ihrer Persönlichkeit maßgeblich beeinflusst haben.

Sehr geehrter Herr Thiemann,

mehr als zehn Jahre standen Sie als Präsident an der Spitze des Landgerichts Paderborn. Sie haben bewiesen, dass Sie eine tatkräftige, dynamische und führungsstarke Persönlichkeit sind, die vorzüglich in der Lage ist, wesentliche Personal- und Organisationsentwicklungsprozesse zu gestalten. Die Geschicke des Landgerichts Paderborn und seines Bezirks haben Sie maßgeblich geprägt und bei den zahlreichen anstehenden Reformvorhaben die Ihnen anvertrauten Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter mitzunehmen verstanden. Sie haben hervorragende Arbeit geleistet, das Landgericht erfolgreich geleitet und mit großer Umsicht überzeugend repräsentiert. Für Ihre Leistungen gebührt Ihnen Dank und Anerkennung. Seit gut einem Jahr sind Sie nun Präsident des Landgerichts Dortmund. Für die dort anstehenden Aufgaben und Ihr dortiges Wirken wünsche ich Ihnen alles erdenklich Gute!

Sehr geehrter Herr Dr. Haas,

die Verantwortung für das Landgericht Paderborn liegt seit dem 7. Oktober in Ihren Händen. Lassen Sie mich für all diejenigen, die Sie noch nicht kennengelernt haben sollten, auch Ihren bisherigen Werdegang nachzeichnen:

Sie sind in Hamm geboren und in Dortmund sowie in Schwerte zur Schule gegangen. Nach dem sich anschließenden Wehrdienst studierten Sie Rechtswissenschaften in Marburg und in Münster. 1989 legten Sie das erste juristische Staatsexamen ab, 1992 - dem Jahr, in dem Sie auch promoviert wurden - dann das zweite. Ihre richterliche Karriere begann im Februar 1993 bei dem Landgericht Dortmund, weitere Stationen führten Sie an das Land- wie auch an das Amtsgericht Hagen.

Ab Juni 1996 waren Sie für etwas mehr als zwei Jahre an das Bundesministerium der Justiz abgeordnet und beschäftigten sich dort in den Referaten für Sachenrecht und für den „Besonderen Teil“ des Strafgesetzbuchs. Während dieser Zeit wurden Sie zum Richter am Landgericht in Dortmund ernannt, wo Sie nach Ihrer Rückkehr nicht nur in verschiedenen Zivil- sowie in einer Strafkammer eingesetzt, sondern auch als Präsidialrichter und als Pressesprecher tätig waren. Im August 2000 wurden Sie zum Zwecke der Ersatzerprobung für beinahe dreieinhalb Jahre an das Ministerium der Justiz nach Düsseldorf abgeordnet. In der dortigen Abteilung V sowie im Landesjustizprüfungsamt waren Sie mit Ausbildungs- und Prüfungsangelegenheiten befasst und wirkten als hauptamtlicher Prüfer in der zweiten juristischen Staatsprüfung sowie in der Rechtspflegerprüfung mit. Im Februar 2003 wurden Sie zum Richter am Oberlandesgericht in Hamm ernannt. Dort gehörten Sie ab dem 01.04.2004 einem Zivilsenat an, ehe Sie - neben Einsätzen in weiteren Zivilsenaten - in der Verwaltung des Oberlandesgerichts die Leitung des Dezernats 2 übernahmen, das für die Angelegenheiten der Beamten und des höheren und gehobenen Dienstes einschließlich des Ambulanten Sozialen Dienstes zuständig ist. Im Juli 2010 wurden Sie zum Vizepräsidenten des Landgerichts Bielefeld ernannt.

Neben Ihren Aufgaben in der Justizverwaltung - unter anderem die Personalangelegenheiten der Beamten und Beschäftigten des mittleren und einfachen Justizdienstes sowie die Angelegenheiten der Notare - leiteten Sie dort eine Berufungszivilkammer. Im Dezember 2013 wechselten Sie als Vizepräsident an das Landgericht Münster. Auch hier hatten Sie den Vorsitz einer Berufungszivilkammer inne und waren mit zahlreichen Verwaltungsaufgaben betraut, so etwa mit einem Großteil der nicht-richterlichen Personalangelegenheiten, bis Sie schließlich vor rund zwei Monaten die Leitung des Landgerichts Paderborn übernahmen.

Sehr geehrter Herr Dr. Haas,

Ihr beeindruckender Werdegang weist Sie als einen ausgezeichneten Richter und vortrefflichen Justizmanager aus. Aber auch außerhalb des Berufs stehen Sie fest verwurzelt mitten im Leben. Sie sind verheiratet, haben drei Kinder und sind ein absoluter Familienmensch. Daneben sind Sie auch ein großer Fußballfan. Ihr Herz schlägt - das darf ich wohl auch hier in Paderborn sagen - für den BVB. Ihre Kolleginnen und Kollegen aus Münster haben Ihnen zum Abschied Karten für das Bundesliga-Spiel zwischen dem BVB und - ausgerechnet - Paderborn geschenkt, das Sie sich vor gut zwei Wochen im Dortmunder Stadion angeschaut haben.

Das Spiel war torreich und spannend und endete - nach einer für Sie bestimmt schlimmen ersten Halbzeit - schließlich noch 3:3 unentschieden, was doch auch mit Blick auf Ihre neue Wirkungsstätte ein schiedlich-friedliches Ergebnis ist. Außerdem sind Sie als Judoka im besten und fairsten Sinne auch persönlich „kampferprobt“ und verfügen über einen langen Atem. Nach alledem sehe ich Sie für alle Ihre neuen Aufgaben in Paderborn bestens gerüstet!

Sehr geehrter Herr Dr. Haas,

für Ihr neues Amt wünsche ich Ihnen eine immer glückliche Hand sowie viel Freude und Erfolg! Ihnen, meine sehr verehrten Damen und Herren, danke ich für Ihre Aufmerksamkeit.


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