Justizfachangestellter (m/w/d)

Selbständiges Arbeiten im Team bei Gerichten und Staatsanwaltschaften

Was erwartet mich?

Justizfachangestellte sind Allroundkräfte, die in verschiedenen Service-Einheiten bei Gerichten und Staatsanwaltschaften büroorganisatorische und verwaltende Aufgaben wahrnehmen. Im Büroalltag der juristischen Geschäftsstellen tragen sie wesentlich dazu bei, dass wichtige Abläufe in Recht und Justiz überhaupt funktionieren können. Sie

  • erteilen Auskünfte und gewähren Akteneinsicht,
  • nehmen Anträge, Rechtsmittel, Rechtsbehelfe und Erklärungen auf,
  • führen Registraturarbeiten durch,
  • fertigen und beglaubigen Schriftstücke,
  • erheben statistische Daten,
  • berechnen, vermerken und überwachen Fristen,
  • führen Protokoll bei Gerichtsverhandlungen,
  • veranlassen Veröffentlichungen

und vieles mehr – immer unter Einsatz moderner Informations- und Kommunikationstechniken.

Justizfachangestellte arbeiten eng mit anderen Bereichen der juristischen Behörden zusammen. So sind sie ständig in Kontakt mit Richterinnen und Richtern, Staatsanwältinnen und Staatsanwälten, Rechtspflegerinnen und Rechtspflegern.

In verschiedenen Service-Einheiten in den Fachgebieten Zivilprozess, Zwangsvollstreckung, Insolvenzen, Ehe- und Familiensachen, Strafprozess, Grundbuch, Nachlass, Vormundschaft und Betreuungen sowie Register sind sie wichtige erste Ansprechpartnerinnen und Ansprechpartner für Rat suchende Bürgerinnen und Bürger. Sie helfen bei der Umsetzung ihrer Anliegen und berücksichtigen dabei immer besondere Situationen und Interessen. So sorgen die Justizfachangestellten mit ihrem Dienst an den Bürgerinnen und Bürgern für das allgemeine Wohl und den Rechtsfrieden.


Wo werden Sie arbeiten?

Standortkarte Quelle: Justiz NRW

Justizfachangestellte können in den fünf Gerichtsbarkeiten und bei den Staatsanwaltschaften in Nordrhein-Westfalen eingesetzt werden. Im Einzelnen sind dies:

  • die ordentliche Gerichtsbarkeit mit 129 Amtsgerichten, 19 Landgerichten und den drei Oberlandesgerichten in Düsseldorf, Hamm und Köln,
  • die Verwaltungsgerichtsbarkeit mit sieben Verwaltungsgerichten und dem Oberverwaltungsgericht in Münster,
  • die Sozialgerichtsbarkeit mit den acht Sozialgerichten und dem Landessozialgericht in Essen,
  • die Arbeitsgerichtsbarkeit mit 30 Arbeitsgerichten und den drei Landesarbeitsgerichten in Düsseldorf, Hamm und Köln,
  • die Finanzgerichtsbarkeit mit den drei Finanzgerichten in Düsseldorf, Köln und Münster sowie
  • die 19 Staatsanwaltschaften und drei Generalstaatsanwaltschaften in Düsseldorf, Hamm und Köln.

Sämtliche Standorte und Einsatzmöglichkeiten für alle, die eine sinnstiftende Tätigkeit in unserem Bundesland suchen, finden Sie auf unserer Standorte-Übersicht.



Was müssen Sie mitbringen?

Einstellungsvoraussetzungen Quelle: Justiz NRW

Der Beruf der / des Justizfachangestellten  ist mit der Laufbahngruppe 1, zweites Einstiegsamt in der Justiz des Landes Nordrhein-Westfalen vergleichbar.

Bewerberinnen und Bewerber für die Ausbildung zur / zum Justizfachangestellten müssen folgende Voraussetzung erfüllen:

  • Fachoberschulreife oder ein gleichwertiger Schulabschluss
  • In Einzelfällen werden auch Bewerberinnen oder Bewerber mit Hauptschulabschluss eingestellt; die Ausbildungszeit verlängert sich dann auf drei Jahre.

Wie erfolgt der Berufseinstieg? Welche Perspektiven haben Sie?

Viele Amtsgerichte stellen Auszubildende zur / zum Justizfachangestellten ein. Nach dem Ende der Ausbildung besteht bei entsprechender Eignung regelmäßig die Möglichkeit, zunächst in ein befristetes Beschäftigungsverhältnis und bei Bewährung dauerhaft in den Justizdienst übernommen zu werden.

Jedes Jahr bieten verschiedene Ausbildungsgerichte eine oder mehrere Ausbildungsstellen an.

Für Justizfachangestellte besteht außerdem die Möglichkeit der Weiterqualifizierung zur Gerichtsvollzieherin / zum Gerichtsvollzieher oder zur Justizfachwirtin / zum Justizfachwirt. Dabei kann bei vorhandenen Voraussetzungen ein Wechsel in das Beamtenverhältnis auf Probe erfolgen.


Wie viel verdienen Sie in der Ausbildung?

Sicheres Gehalt Quelle: Justiz NRW

Die Ausbildungsvergütung beträgt 986,82 Euro brutto im 1. Jahr, 1.040,96 Euro brutto im 2. Jahr und 1.090,61 Euro brutto im 3. Jahr. (Stand: Januar 2019)

Nach der Ausbildung erhalten die Justizfachangestellten eine Vergütung nach dem Tarifvertrag für den öffentlichen Dienst der Länder (TV-L).


Wie sieht die Ausbildung aus?

Die Ausbildung von Justizfachangestellten ist staatlich anerkannt und richtet sich nach der Verordnung über die Berufsausbildung von Justizfachangestellten (AusbVO JFAng).

Sie beginnt je nach Lage der Sommerferien zum 1. August oder 1. September eines jeden Jahres und dauert in der Regel 2,5 Jahre.

Die Auszubildenden arbeiten aktiv an der Gestaltung der Ausbildung mit.

Die Ausbildung erfolgt überwiegend bei dem Ausbildungsgericht und durch Unterricht an einem Berufskolleg. Die Berufskollegs befinden sich:

• bei einer Ausbildung im Bezirk des OLG Düsseldorf: in Oberhausen, Düsseldorf, Mönchengladbach und Wuppertal,

• bei einer Ausbildung im Bezirk des OLG Hamm: in Bielefeld, Dortmund, Hagen, Hamm und Münster,

• bei einer Ausbildung im Bezirk des OLG Köln: in Köln.

Zusätzlich finden Teile der Ausbildung bei einer Staatsanwaltschaft und den zentralen Insolvenz- und Registergerichten statt.

Während der Ausbildung wird eine Zwischenprüfung zur Feststellung des Ausbildungsstandes durchgeführt. Die Ausbildung endet mit der schriftlichen und praktischen Abschlussprüfung, die zweimal wiederholt werden kann. Das Prüfungsverfahren richtet sich nach der Prüfungsordnung für den Ausbildungsberuf der/des Justizfachangestellten für die Durchführung von Prüfungen im Lande NRW (PrüfO JFAng).


Was werden Sie in der Ausbildung lernen?

In der Ausbildung werden wirtschaftliche, technische, ökologische, organisatorische und soziale Kompetenzen gefördert, mit denen die Justizfachangestellten ihre spätere Tätigkeit in Organisation und Verwaltung eigenständig und zuverlässig planen, durchführen und kontrollieren können, u. a. Fertigkeiten und Kenntnisse in folgenden Bereichen:

  • Stellung und Aufgaben des Gerichts und der Staatsanwaltschaft innerhalb der Justiz,
  • Kommunikation und Kooperation in berufstypischen Situationen,
  • Büroorganisatorische Abläufe und Arbeitsorganisation,
  • Informationsverarbeitung,
  • Kosten- und Entschädigungsrecht sowie
  • fallbezogene Rechtsanwendung in Zivilverfahren (Zivilprozess, Zwangsvollstreckung, Insolvenzen, Ehe- und Familiensachen), in Straf- und Ordnungswidrigkeitenverfahren und in Verfahren der freiwilligen Gerichtsbarkeit (Grundbuch, Nachlass, Vormundschaftsgerichtliche Angelegenheiten, Betreuung, Öffentliche Register).

Wie können Sie sich bewerben?

Einstellungstermin ist der 1. August bzw. 1. September eines jeden Jahres. Die Bewerbung ist grundsätzlich nur online möglich (ab dem 1. Juli für das Folgejahr): www.bewerbungsportal-justiz-nrw.de

Eine frühzeitige Bewerbung – etwa ein Jahr vor Ausbildungsbeginn – wird empfohlen.

Bewerbungen von Frauen, schwerbehinderten und gleichgestellten behinderten Menschen im Sinne des § 2 Absatz 3 des Sozialgesetzbuches IX und von Menschen mit Migrationshintergrund sind ausdrücklich erwünscht.

Detaillierte Auskünfte zu Einstellungsvoraussetzungen, erforderlichen Bewerbungsunterlagen und zum Ablauf des Auswahlverfahrens erteilen gerne:

Oberlandesgerichtsbezirk Düsseldorf
 Cornelia Kroll, Telefon: 0211 4971-457
 Martina Herfs, Telefon: 0211 4971-511
 E-Mail: jfa.ausbildung@olg-duesseldorf.nrw.de
 Internet: www.olg-duesseldorf.nrw.de

Oberlandesgerichtsbezirk Hamm
 Ingeborg Recknagel, Telefon: 02381 272-4611
 Sinja Mietze, Telefon: 02381 272-5652
 E-Mail: ausbildung@olg-hamm.nrw.de
 Internet: www.olg-hamm.nrw.de

Oberlandesgerichtsbezirk Köln
 Sandra Rodrigues Pereira, Telefon: 0221 7711-829
 E-Mail: ausbildung@olg-koeln.nrw.de
 Internet: www.olg-koeln.nrw.de