Beamter des Justizdienstes 1.2 (Justizfachwirt)

Sie nehmen als Justizfachwirt / Justizfachwirtin an Gerichten und Staatsanwaltschaften vielseitige sowie verantwortungsvolle Aufgaben wahr.

Was erwartet Sie?

Justizfachwirte nehmen an den Gerichten und bei den Staatsanwaltschaften vielseitige und verantwortungsvolle Aufgaben wahr. Innerhalb ihres Zuständigkeitsbereiches treffen sie eigenverantwortliche Entscheidungen und sind oftmals die erste Anlaufstelle für den rechtsuchenden Bürgerinnen und Bürger.

Wichtiger Hinweis:

Zum 01.09.2020 wird erstmalig seit 2005 die Ausbildung zur Justizfachwirtin/zum Justizfachwirt für Schulabgängerinnen und Schulabgänger wieder geöffnet. Weiterhin können bereits in der Justiz Beschäftigte sowie sonstige Bewerberinnen und Bewerber mit förderlicher Berufsausbildung und entsprechender Tätigkeitsdauer zur Justizfachwirtin/zum Justizfachwirt ausgebildet werden.


Die Ausbildung der Schulabgängerinnen und Schulabgänger sowie der Beschäftigten der Justiz richtet sich nach der „Ausbildungsordnung der Justizfachwirtinnen und Justizfachwirte (APO JFW NRW). Schulabgängerinnen und Schulabgänger durchlaufen die Ausbildung im Beamtenverhältnis auf Widerruf; die Beschäftigten der Justiz durchlaufen die Ausbildung zurzeit im Beamtenverhältnis auf Probe.


Die Ausbildung der sonstigen Bewerberinnen und Bewerber richtet sich nach der „Ausbildungsordnung Justizdienst 1.2 im öffentlich-rechtlichen Ausbildungsverhältnis (APO JFWörA NRW); es handelt sich hierbei um eine bis zum 31.12.2023 befristete Maßnahme. Die sonstigen Bewerberinnen und Bewerber durchlaufen die Ausbildung in einem öffentlich-rechtlichen Ausbildungsverhältnis.


Wo werden Sie arbeiten?

Standortkarte Quelle: Justiz NRW

Justizfachwirte können in den fünf Gerichtsbarkeiten und bei den Staatsanwaltschaften in Nordrhein-Westfalen eingesetzt werden. Im Einzelnen sind dies:

  • die ordentliche Gerichtsbarkeit mit 129 Amtsgerichten, 19 Landgerichten und den drei Oberlandesgerichten in Düsseldorf, Hamm und Köln, 

  • die Verwaltungsgerichtsbarkeit mit sieben Verwaltungsgerichten und dem Oberverwaltungsgericht in Münster,

  • die Sozialgerichtsbarkeit mit den acht Sozialgerichten und dem Landessozialgericht in Essen,

  • die Arbeitsgerichtsbarkeit mit 30 Arbeitsgerichten und den drei Landesarbeitsgerichten in Düsseldorf, Hamm und Köln, 

  • die Finanzgerichtsbarkeit mit den drei Finanzgerichten in Düsseldorf, Köln und Münster

  • die 19 Staatsanwaltschaften und drei Generalstaatsanwaltschaften in Düsseldorf, Hamm und Köln



Was müssen Sie mitbringen?

Einstellungsvoraussetzungen Quelle: Justiz NRW

Als Bewerberinnen und Bewerber für die Ausbildung zur Justizfachwirtin / zum Justizfachwirt benötigen Sie die Fachoberschulreife oder einen gleichwertiger Schulabschluss.

Als Quereinsteiger benötigen Sie außerdem eine abgeschlossene Ausbildung mit juristischem Schwerpunkt (beispielsweise Rechtsanwaltsfachangestellte / Rechtsanwaltsfachangestellter, Notarfachangestellte / Notarfachangestellter oder Patentanwaltsfachangestellte / Patenanwaltsfachangestellter) und mindestens zwei Jahre Berufserfahrung.


Wie erfolgt der Berufseinstieg? Welche Perspektiven haben Sie?

Der Vorbereitungsdienst zur Justizfachwirtin / zum Justizfachwirt erfolgt in einem Beamtenverhältnis auf Widerruf. Quereinsteiger absolvieren die Ausbildung in einem öffentlich-rechtlichen Ausbildungsverhältnis.

Nach einer erfolgreichen Ausbildung sind Sie berechtigt, die Dienstbezeichnung „Justizfachwirtin“ bzw. „Justizfachwirt“ zu führen. Sie erhalten sodann ein nach Erfahrungsstufen bemessenes Grundgehalt.

Beförderungen sind bis zur Justizamtainspektorin / zum Justizamtsinspektor mit Amtszulage möglich. Außerdem haben Sie die Möglichkeit zur Weiterqualifizierung für den Gerichtsvollzieherdienst oder die Rechtspflegerlaufbahn.


Wie viel verdienen Sie in der Ausbildung?

Besoldung Quelle: Justiz NRW
Sie sind Schulabgängerin oder Schulabgänger?

Beamtinnen und Beamte auf Widerruf erhalten während des Vorbereitungsdienstes und im nachfolgenden Prüfungszeitraum monatliche Anwärterbezüge in Höhe von 1249,78 EUR (Stand: 01.01.2019). Verheiratete Anwärterinnen und Anwärter sowie Anwärterinnen und Anwärter mit Kindern erhalten darüber hinaus einen Familienzuschlag.

Sie sind Justizfachangestellte/r oder Justizangestellte/r?

Beamtinnen und Beamte auf Probe erhalten ein nach Stufen bemessenes Grundgehalt nach der Besoldungsgruppe A 6 LBesO A. Dieses besteht aus einem Grundbetrag von rund 2.350,- EUR sowie ggf. einem Familienzuschlag für Verheiratete bzw. Probebeamtinnen und Probebeamte mit Kindern (Stand: 01.01.2019).

Sie verfügen über eine berufsförderliche Ausbildung (z.B. Rechtsanwalts- und/oder Notarfachangestellte/r) und eine zweijährige Praxiserfahrung in diesem Beruf?

Anwärterinnen und Anwärter im öffentlich-rechtlichen Ausbildungsverhältnis erhalten während des Vorbereitungsdienstes eine Unterhaltsbeihilfe, die sich aus einem monatlichen Grundbetrag in Höhe von rd. 2.330,- EUR und ggf. einem Familienzuschlag zusammensetzt (Stand: 01.01.2019).

Besoldung nach Beendigung der Ausbildung


Nach bestandener Laufbahnprüfung wird die Bezeichnung "Justizfachwirtin" bzw. "Justizfachwirt" geführt.

Sofern der Vorbereitungsdienst bereits im Beamtenverhältnis auf Probe abgeleistet wurde, ändert sich die bisherige Besoldung nach Bestehen der Laufbahnprüfung nicht.

Soweit die Einstellung im Beamtenverhältnis auf Widerruf erfolgt war oder der Vorbereitungsdienst im Rahmen eines öffentlich-rechtlichen Ausbildungsverhältnisses abgeleistet wurde, werden die Anwärterinnen und Anwärter nach bestandener Prüfung in der Regel zu Beamtinnen/Beamten auf Probe und (Justizsekretärinnen/Justizsekretäre, Besoldungsgruppe A 6 LBesO A) ernannt und erhalten ein nach Stufen bemessenes Grundgehalt.

Nach Ablauf der individuellen Probezeit kann die Ernennung zur Beamtin/zum Beamten auf Lebenszeit erfolgen. Beförderungen sind möglich zum Justizobersekretär/-in, Justizhauptsekretär/-in, Justizamtsinspektor/-in und Justizamtsinspektor/-in mit Amtszulage.

Weitere Informationen zur Besoldung in den jeweiligen Ämtern entnehmen Sie bitte der Landesbesoldungstabelle  .

Das jeweilige Grundgehalt erhöht sich bei Vorliegen der Voraussetzungen um verschiedene Zuschläge.

Zu berücksichtigen ist, dass keine Beiträge zur Renten-, Arbeitslosen- oder gesetzlichen Krankenversicherung zu entrichten sind. Zu den Aufwendungen, die in Krankheits-, Geburts- und Todesfällen entstehen, gewährt der Dienstherr den Beamtinnen und Beamten Beihilfen nach den Bestimmungen der Beihilfenverordnung des Landes Nordrhein-Westfalen (BVO). Da durch die Beihilfen nur ein Teil der anfallenden Kosten und nicht die gesamten entstandenen Aufwendungen erstattet werden, empfiehlt es sich, für den nicht abgesicherten Restbetrag eine private Krankenversicherung abzuschließen.


Wie sieht die Ausbildung aus?

Der Vorbereitungsdienst dauert zwei Jahre. Dabei wechseln fachpraktische Ausbildungsabschnitte (insgesamt 14 Monate) und theoretische Ausbildungsabschnitte (insgesamt zehn Monate) einander ab.

Für Quereinsteiger dauert der Vorbereitungsdienst ein Jahr. Die Ausbildung besteht aus einem sechsmonatigen Praxiseinsatz mit Begleitunterricht sowie einem sechsmonatigen Lehrgang in einem Ausbildungszentrum der Justiz.


Wie können Sie sich bewerben?

Bewerbungen von Schulabgängerinnen und Schulabgängern sowie von Quereinsteigerinnen und Quereinsteigern sind grundsätzlich nur online über das Bewerbungsportal möglich. Bitte beachten Sie, dass regelmäßig zeitnah nach Beginn der Bewerbungsfrist die ersten Auswahlverfahren durchgeführt werden und dass sich hierdurch naturgemäß die Chance auf eine Einstellung zum Ende der Bewerbungsfrist deutlich verringert bzw. spät eingehende Bewerbungen ggf.nicht mehr berücksichtigt werden können! Grundsätzlich ist nach Schließung des Bewerbungsportals eine schriftliche Bewerbung noch möglich, diese hat allerdings geringe Aussicht auf Erfolg!

Für Justizfachangestellte bzw. Justizangestellte ist die Bewerbung zum auf 6 Monate verkürzten Vorbereitungsdienst nach entsprechender Ausschreibung auf dem Dienstweg möglich.


Kontaktadressen


Oberlandesgericht Düsseldorf (mit den Landgerichtsbezirken Düsseldorf, Duisburg, Kleve, Krefeld, Mönchengladbach und Wuppertal)

Stephan Florenz
Tel.: 0211 4971-523
E-Mail: stephan.florenz@olg-duesseldorf.nrw.de
www.olg-duesseldorf.nrw.de 


Oberlandesgericht Hamm (mit den Landgerichtsbezirken Arnsberg, Bielefeld, Bochum, Detmold, Dortmund, Essen, Hagen, Münster, Paderborn und Siegen)

Jana Schlömer
Tel.: 02381 272-5638
E-Mail: jana.schloemer@olg-hamm.nrw.de
www.olg-hamm.nrw.de 

Hendrik Wacker
Tel.: 02381 272-5654
E-Mail: hendrik.wacker@olg-hamm.nrw.de
www.olg-hamm.nrw.de


Oberlandesgericht Köln (mit den Landgerichtsbezirken Aachen, Bonn und Köln)

Sabrina Kolf
Tel.: 0221 7711-806
E-Mail: sabrina.kolf@olg-koeln.nrw.de
www.olg-koeln.nrw.de

Alexandra Kaufmann (verkürzter Vorbereitungsdienst für Quereinsteiger oder Justizfachangestellte)
Tel.: 0221 7711-224
E-Mail: alexandra.kaufmann@olg-koeln.nrw.de  
www.olg-koeln.nrw.de