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Freiwillig ins Gefängnis zu gehen und dies sogar mit dem Wunsch zu verbinden, dort „auf Lebenszeit“ zu verbleiben, mutet nur auf den ersten Blick vielleicht etwas seltsam an. Wenn es dabei jedoch um eine berufliche Perspektive geht, die das Ziel hat, bei der Ausgestaltung eines modernen Justizvollzugs mitzuwirken, wird diese Motivation sicher verständlich.

Der Justizvollzug soll einerseits die Wiedereingliederung der Strafgefangenen fördern, die befähigt werden sollen, künftig ein Leben in sozialer Verantwortung ohne Straftaten zu führen, und andererseits den Schutz der Allgemeinheit vor weiteren Straftaten sicherstellen. An der Verwirklichung dieses Vollzugsziels wirken in den Justizvollzugseinrichtungen des Landes NRW Bedienstete verschiedener Professionen mit:

Neben der zahlenmäßig größten Gruppe – den Angehörigen des allgemeinen Vollzugsdienstes – finden sich dort Werkmeister, Psychologen, Pädagogen, Seelsorger, Sozialarbeiter, Ärzte, Krankenpfleger, Juristen und Verwaltungsfachleute. Den Bediensteten der Laufbahn des Vollzugs- und Verwaltungsdienstes der Laufbahngruppe 2, erstes Einstiegsamt, bei Justizvollzugseinrichtungen  des Landes Nordrhein-Westfalen, obliegt überwiegend die Leitung der einzelnen Verwaltungsbereiche, die sie regelmäßig selbständig und eigenverantwortlich ausüben. Sie verstehen sich dabei als Bindeglied innerhalb des Systems der vollzuglichen Zusammenarbeit aller Berufsgruppen und bilden das Rückgrat der Verwaltung. Sie sind unmittelbare Führungskräfte und Vorgesetzte der den Verwaltungsabteilungen zugeordneten Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern des mittleren Dienstes. Soweit ihnen die Leitung einer Vollzugsabteilung übertragen ist, treffen sie selbständig vollzugliche Entscheidungen für die in ihrem Zuständigkeitsbereich untergebrachten Inhaftierten und bestimmen insoweit etwa über die Gewährung von vollzugsöffnenden Maßnahmen.

Die an die Angehörigen des Laufbahn des Vollzugs- und Verwaltungsdienstes der Laufbahngruppe 2, erstes Einstiegsamt, bei Justizvollzugseinrichtungen  des Landes Nordrhein-Westfalen gestellten Aufgaben erfordern ein hohes Verantwortungsbewusstsein, Einfühlungsvermögen, Durchsetzungsfähigkeit, Belastbarkeit und Kommunikationsfähigkeit. Der Einsatz in den verschiedenen Aufgabenfeldern und auch in unterschiedlichen Justizvollzugseinrichtungen bedingt nicht zuletzt eine große Veränderungsbereitschaft.