Diplom-Verwaltungswirt (FH) (m/w/d)

In einer Justizvollzugsanstalt leiten Sie die Verwaltungsdienststellen und Vollzugsabteilungen und sorgen damit für Ordnung und Sicherheit.

Was erwartet Sie?

Verwaltungswirtinnen und Verwaltungswirte leiten Verwaltungsdienststellen und Vollzugsabteilungen in einer Justizvollzugsanstalt. Sie können bei besonderer Qualifikation auch die Leitung von Justizvollzugsanstalten übernehmen.
Interessant ist der Podcast über den Beruf des Verwaltungswirtes. Informieren Sie sich gerne!

Die Beamtinnen und Beamten des Verwaltungs- und Vollzugsdienstes der Laufbahngruppe 2, erstes Einstiegsamt nehmen im Anstaltsaufbau Positionen zwischen Anstaltsleitung und Allgemeinem Vollzugsdienst ein. Als direkte Führungskräfte und Vorgesetzte leiten Verwaltungswirtinnen und Verwaltungswirte eigenverantwortlich und selbständig einzelne Verwaltungsbereiche wie

  • Sicherheits- und Ordnungsdienst,
    Die Leiterin bzw. der Leiter des Sicherheits- und Ordnungsdienstes ist für die Gewährleistung der Sicherheit und Ordnung in den Justizvollzugsanstalten zuständig und trifft die hierfür erforderlichen Maßnahmen in enger Absprache mit der Anstaltsleitung.
    Sie bzw. er hat die Organisation der sicheren Unterbringung der Gefangenen zu überwachen, an Entscheidungen über Vollzugslockerungen (z. B. vollzugsöffnende Maßnahmen, Ausgang) mitzuwirken und Disziplinarentscheidungen gegen Gefangene vorzubereiten.
  • Vollzugsabteilung,
    Die Vollzugsabteilungsleiterin bzw. der Vollzugsabteilungsleiter trifft eigenverantwortlich die für die Vollzugsgestaltung in der Vollzugsabteilung erforderlichen und die Behandlung der Gefangenen betreffenden Entscheidungen, soweit sie nicht im Allgemeinen oder im Einzelfall der Anstaltsleitung vorbehalten worden sind.
  • Arbeitsverwaltung,
    Die Leiterin bzw. der Leiter der Arbeitsverwaltung ist verantwortlich für alle mit dem Arbeitseinsatz der Gefangenen verbundenen Maßnahmen. Sie bzw. er überwacht die ordnungsgemäße Abwicklung der Geschäfte der Arbeits- und Ausbildungsbetriebe (z. B. Schreinerei, Schlosserei, Druckerei, Bäckerei) und stellt deren Wirtschaftlichkeit sicher.
  • Haushaltsabteilung,
    Der Leiterin bzw. dem Leiter der Haushaltsabteilung obliegen alle Aufgaben, die im weitesten Sinne mit der wirtschaftlichen Versorgung der Gefangenen und der Anstalt in Verbindung zu bringen sind. Hierzu zählen insbesondere die Haushaltssachbearbeitung in Form von Haushaltsaufstellung und -vollzug.
  • Bauverwaltung und
    Die Leiterin bzw. der Leiter der Bauverwaltung ist an der Planung und Ausführung aller Neu-, Um- und Erweiterungsbauten sowie deren Bauunterhaltung beteiligt, wobei ihr bzw. ihm eine koordinierende und informierende Mitwirkung zwischen den beteiligten Bau- und Justizdienststellen zukommt.
  • Verwaltung.
    Die Verwaltungsleiterin bzw. der Verwaltungsleiter ist für die Organisation der gesamten Verwaltung und den reibungslosen Geschäftsablauf in der Anstalt verantwortlich. Sie bzw. er sorgt für die ordnungsgemäße Erledigung der Verwaltungsaufgaben in allen Dienststellen und unterstützt die Behördenleitung in Fragen der Organisationsentwicklung.

Verwaltungswirtinnen und Verwaltungswirte sorgen in den Justizvollzugsanstalten für Sicherheit und Ordnung, überwachen die Unterbringung der Gefangenen, wirken an Entscheidungen über Vollzugslockerungen mit, bereiten Disziplinarentscheidungen gegen Gefangene vor. Sie verantworten die sichere Unterbringung der Gefangenen, die ordnungsgemäße Abwicklung der Arbeits- und Ausbildungsbetriebe sowie die wirtschaftliche Versorgung der Gefangenen. Sie kümmern sich um die Organisation der gesamten Verwaltung und den reibungslosen Geschäftsablauf in der Anstalt.

Kurz: Als Spezialistinnen / Spezialisten für den Vollzug und Generalistinnen / Generalisten innerhalb des Vollzugs sorgen Verwaltungswirtinnen und Verwaltungswirte dafür, dass das Zusammenleben und -arbeiten hinter den Gefängnismauern funktioniert.

Weitere Informationen...



Was müssen Sie mitbringen?

Einstellungsvoraussetzungen Quelle: Justiz NRW

Der Beruf der Verwaltungswirtin / des Verwaltungswirtes gehört zur Laufbahngruppe 2, erstes Einstiegsamt des Vollzugs- und Verwaltungsdienstes bei Justizvollzugseinrichtungen des Landes Nordrhein-Westfalen.

Bewerberinnen und Bewerber für den Beruf der Verwaltungswirtin / des Verwaltungswirtes müssen folgende Voraussetzungen erfüllen:

  • Abitur, Fachhochschulreife oder ein als gleichwertig anerkannter Bildungsstand und im letzten Schulzeugnis ein Notendurchschnitt von mindestens „befriedigend“
  • zum Zeitpunkt der Einstellung regelmäßig noch nicht 39 Jahre alt; als schwerbehinderter oder gleichgestellter behinderter Mensch (§ 2 Absatz 3 Sozialgesetzbuch IX) regelmäßig noch nicht 42 Jahre alt
  • Deutsche / Deutscher im Sinne des Artikels 116 des Grundgesetzes oder die Staatsangehörigkeit eines anderen Mitgliedstaates der Europäischen Union
  • Eintreten für die freiheitliche demokratische Grundordnung im Sinne des Grundgesetzes
  • charakterliche, geistige, körperliche und gesundheitliche Eignung für die Laufbahn; von schwerbehinderten Menschen wird nur das für die Laufbahn erforderliche Mindestmaß körperlicher Eignung verlangt
  • Dienstfähigkeit aus amtsärztlicher Sicht
  • das Eignungsfeststellungsverfahren erfolgreich abgeschlossen hat

Wie erfolgt der Berufseinstieg? Welche Perspektiven habe ich?

Die Ausbildung erfolgt im Beamtenverhältnis auf Widerruf als Regierungsinspektoranwärterin / Regierungsinspektoranwärter. Dieses Beamtenverhältnis endet nach der bestandenen mündlichen Prüfung mit dem akademischen Grad „Diplom-Verwaltungswirtin“ / „Diplom-Verwaltungswirt (FH)“. Bei entsprechenden Leistungen ist die Übernahme in das Beamtenverhältnis auf Probe aber sehr wahrscheinlich. Nach einer dreijährigen Probezeit ist eine Übernahme in das Beamtenverhältnis auf Lebenszeit möglich.

Wenn sich die Beamtin / der Beamte in verschiedenen Aufgabenbereichen der Laufbahn bewährt hat, ist eine Übernahme in die Laufbahngruppe 2, zweites Einstiegsamt des Vollzugs- und Verwaltungsdienstes bei Justizvollzugseinrichtungen des Landes Nordrhein-Westfalen ebenfalls möglich.


Wie viel verdienen Sie in der Ausbildung?

Besoldung Quelle: Justiz NRW

Die Besoldung von Verwaltungswirtinnen und Verwaltungswirten in Nordrhein-Westfalen erfolgt nach dem Landesbesoldungsgesetz – LBesG NRW, Besoldungsgruppe A LBesO NRW. Der Berufseinstieg erfolgt in der Besoldungsgruppe A 9, wobei die Besoldung mit zunehmender Erfahrung in Stufen ansteigt und sich durch Zuschläge – z. B. einen Familienzuschlag – erhöhen kann. In Krankheitsfällen wird eine Beihilfe gewährt. Darüber hinaus besteht Anspruch auf Versorgung nach den beamtenrechtlichen Grundsätzen. 

Es werden für die Beamtinnen und Beamten auf Widerruf Anwärterbezüge nach der Besoldungsgruppe A 9, Landesbesoldungsgesetz – LBesG NRW (zzgl. einer Zulage für Beamtinnen und Beamten bei Justizvollzugseinrichtungen sowie etwaiger weiterer Zuschläge) gezahlt. Sie betragen derzeit für Ledige 1.255,68 Euro brutto pro Monat. (Stand: 1.8.2018)


Wie sieht die Ausbildung aus?

Die Ausbildung beginnt immer zum 1. August eines Jahres. Verwaltungswirtinnen und Verwaltungswirte absolvieren eine dreijährige Laufbahnausbildung im dualen Studium. Sie erhalten in wechselnden Blöcken die fachwissenschaftliche Ausbildung an der Fachhochschule für Rechtspflege Nordrhein-Westfalen in Bad Münstereifel (insgesamt 18 Monate) und die fachpraktische Ausbildung an zwei Justizvollzugsanstalten in Nordrhein-Westfalen (insgesamt 18 Monate). Mit dem Bestehen der Staatsprüfung zur Diplom-Verwaltungswirtin (FH) / zum Diplom-Verwaltungswirt (FH) erwerben die Studierenden die Laufbahnbefähigung für den Vollzugs- und Verwaltungsdienst in der Laufbahngruppe 2, erstes Einstiegsamt.

Weitere Informationen zum Ausbildungsverlauf...


Was werden Sie in der Ausbildung lernen?

Während des fachwissenschaftlichen Studiums und der fachpraktischen Studienzeiten in den Justizvollzugsanstalten erwerben die Anwärterinnen und Anwärter u. a. umfangreiche Kenntnisse

  • im Vollzugsrecht (Strafvollzug, Vollzug der Untersuchungshaft, Jugendstrafvollzug),
  • in der Vollzugsverwaltung (z. B. Strafvollstreckungsrecht, Arbeit und berufliche Bildung der Gefangenen, wirtschaftliche Versorgung),
  • in der Kriminologie,
  • im Haushaltsrecht,
  • im Beamten- und Tarifrecht sowie
  • in der Betriebswirtschaftslehre;

Kenntnisse der Grundzüge

  • der Sozialwissenschaften (Psychologie und Soziologie),
  • des Strafrechts,
  • des Zivilrechts,
  • des Staats- und Verwaltungsrechts,
  • des Gerichtsverfassungsrechts sowie
  • des Sozialrechts.

Wie können Sie sich bewerben?

Einstellungstermin ist der 1. August eines jeden Jahres.

Einstellungsbehörde ist das Ministerium der Justiz des Landes Nordrhein-Westfalen.

Bewerbungen können in der Zeit vom 1. Juli bis zum 31. Oktober des Vorjahres an den Leiter der Justizvollzugsschule gerichtet werden.

Justizvollzugsschule Nordrhein-Westfalen
 Am Schmalenhof 4
 42369 Wuppertal
 Telefon: 0202 9457-0
 E-Mail: poststelle@jvs.nrw.de

Einer Bewerbung sind - neben dem Bewerbungsschreiben -beizufügen:

  1. ein Lebenslauf,
  2. eine beglaubigte Ablichtung des letzten Schulzeugnisses oder eine beglaubigte Ablichtung der Bescheinigung, durch die die Einstellungsvoraussetzungen nachgewiesen werden,
  3. beglaubigte Ablichtungen von Zeugnissen über die Tätigkeiten seit der Schulentlassung,
  4. die Einverständniserklärung der gesetzlichen Vertreterin oder des gesetzlichen Vertreters, wenn der/die Bewerber/in noch minderjährig ist.

Bewerbungen von Frauen, schwerbehinderten und gleichgestellten behinderten Menschen im Sinne des § 2 Absatz 3 des Sozialgesetzbuches IX und von Menschen mit Migrationshintergrund sind ausdrücklich erwünscht.

Schwerbehinderte Bewerberinnen und Bewerber haben die Möglichkeit, sich hinsichtlich ihrer Bewerbung von der Hauptvertrauensperson der schwerbehinderten Menschen im Justizvollzug beraten zu lassen (Tel. 0211-8792-543).

Fachhochschule für Rechtspflege Nordrhein-Westfalen:
www.fhr.nrw.de

Justizvollzugsschule Nordrhein-Westfalen:
www.jvs.nrw.de