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Gerichtsvollzieher (m/w/d)

Justizangehörige und Personen mit förderlicher Berufsausbildung und -erfahrung können in den Gerichtsvollzieherdienst eintreten.


Was erwartet Sie?

Gerichtsvollzieherinnen und Gerichtsvollzieher setzen vollstreckbare Titel – meist Urteile, Vollstreckungsbescheide oder notarielle Urkunden – im Bereich der Vollstreckung in das bewegliche und unbewegliche Vermögen durch. Beispielsweise vollstrecken sie Geldforderungen von Gläubigerinnen / Gläubigern gegen deren Schuldnerinnen / Schuldner. Dabei verfolgen sie nicht nur die Interessen der Gläubigerinnen / Gläubiger, sondern berücksichtigen stets auch den Schutz der Schuldnerinnen / Schuldner.

Gerichtsvollzieherinnen und Gerichtsvollzieher sind für Zustellungen, Ladungen und konkrete Vollstreckungen meist im Außendienst unterwegs. Sie pfänden bewegliches Eigentum (u. a. Möbel, Autos, Schmuck, technisches Gerät) und verwerten es, zum Beispiel durch Versteigerung. Sie kümmern sich um Zwangsräumungen, die Abnahme von Vermögensauskünften und die damit verbundene Ermittlung der Vermögensverhältnisse sowie die Zustellung gerichtlicher wie außergerichtlicher Schriftstücke. Sie sorgen eigenverantwortlich dafür, dass Zwangsvollstreckungsverfahren und alle damit verbundenen Abläufe möglichst schnell, aber auch fair und gütlich geregelt werden. So können sie z. B. mit der Schuldnerin / dem Schuldner eine Ratenzahlung vereinbaren.

Gerichtsvollzieherinnen und Gerichtsvollzieher organisieren ihren Bürobetrieb grundsätzlich eigenständig und auf eigene Rechnung mit eigenen Bürokräften und Büroräumen außerhalb des Amtsgerichts – oft auch in Bürogemeinschaften.
 Bürgerinnen und Bürger können Gerichtsvollzieherinnen und Gerichtsvollzieher selbst beauftragen oder die Zustellungs- und Vollstreckungsaufträge an die Gerichtsvollzieherverteilerstelle eines Amtsgerichts senden, von wo aus diese an die zuständige Gerichtsvollzieherin / den zuständigen Gerichtsvollzieher weitergeleitet werden.



Was müssen Sie mitbringen?

Einstellungsvoraussetzungen Quelle: Justiz NRW

Der Gerichtsvollzieherdienst ist eine Sonderlaufbahn in der Laufbahngruppe 1, zweites Einstiegsamt in der Justiz des Landes Nordrhein-Westfalen. Bewerberinnen und Bewerber für die Ausbildung zur Gerichtsvollzieherin / zum Gerichtsvollzieher müssen folgende Voraussetzungen erfüllen:

  • bestandene Prüfung für die Laufbahngruppe 1, zweites Einstiegsamt des Justizdienstes oder des Verwaltungsdienstes des Justizvollzugs
  • Bewährung im Justizdienst des Landes Nordrhein-Westfalen (mindestens drei Jahre)
  • den besonderen Anforderungen des Gerichtsvollzieherdienstes körperlich gewachsen
  • geordnete wirtschaftliche Verhältnisse

Als „sonstige Bewerberinnen und Bewerber aus der Landesverwaltung“, die vor der Einführungszeit noch einen sechsmonatigen Eignungslehrgang absolvieren müssen, können sich außerdem bewerben:

  • Justizfachangestellte, Beamtinnen und Beamte des Landes, die die Befähigung für eine Laufbahn des nichttechnischen Dienstes (Laufbahngruppe 1.2) besitzen und Beschäftigte des Landes Nordrhein-Westfalen mit einer abgeschlossenen Ausbildung, die sie befähigt, entsprechende Aufgaben wahrzunehmen

Als „externe Bewerberinnen und Bewerber“, die vor der Einführungszeit ebenfalls den sechsmonatigen Eignungslehrgang absolvieren müssen, können sich außerdem bewerben:

  • Quereinsteiger, die über eine abgeschlossene Berufsausbildung verfügen und sich in einem für den Gerichtsvollzieherdienst förderlichen Beruf (mindestens drei Jahre) bewährt haben

Bewerberinnen und Bewerber, die noch nicht in einem Beamtenverhältnis mit dem Land Nordrhein-Westfalen stehen, müssen für eine spätere Berufung in das Beamtenverhältnis darüber hinaus folgende Voraussetzungen erfüllen:

  • zum Zeitpunkt der Einstellung regelmäßig noch nicht 39 Jahre und damit zum Zeitpunkt des Bestehens der Gerichtsvollzieherprüfung noch nicht 42 Jahre alt; als schwerbehinderter oder gleichgestellter behinderter Mensch (§ 2 Absatz 3 Sozialgesetzbuch IX) zum Zeitpunkt der Einstellung regelmäßig noch nicht 42 Jahre und damit zum Zeitpunkt des Bestehens der Gerichtsvollzieherprüfung noch nicht 45 Jahre alt ; Kindererziehungs- und Pflegezeiten können ggf. zu einer Erhöhung der Altersgrenze führen
  • Deutsche / Deutscher im Sinne des Artikels 116 des Grundgesetzes oder die Staatsangehörigkeit eines anderen Mitgliedstaates der Europäischen Union
  • Eintreten für die freiheitliche demokratische Grundordnung im Sinne des Grundgesetzes
  • einen mittleren Schulabschluss (Fachoberschulreife) oder einen gesetzlich als gleichwertig anerkannten Bildungsstand besitzen
  • nach ihrer Persönlichkeit und ihren bisherigen Leistungen für die besonderen Anforderungen des Gerichtsvollzieherdienstes geeignet
  • den besonderen Anforderungen des Gerichtsvollzieherdienstes körperlich gewachsen sein und in geordneten wirtschaftlichen Verhältnissen leben

Wie erfolgt der Berufseinstieg? Welche Perspektiven haben Sie?

Sonstige Bewerberinnen und Bewerber

Die Ausbildung zur Gerichtsvollzieherin / zum Gerichtsvollzieher erfolgt – sofern nicht schon vorher verbeamtet – im Beschäftigungsverhältnis. Nach erfolgreichem Bestehen der Gerichtsvollzieherprüfung erfolgt ggf. die Übernahme in das Beamtenverhältnis auf Probe mit dreijähriger Probezeit und die Ernennung zur Gerichtsvollzieherin / zum Gerichtsvollzieher. Bei entsprechender Bewährung folgt die Übernahme in das Beamtenverhältnis auf Lebenszeit.

Externe Bewerberinnen und Bewerber

Der Vorbereitungsdienst wird im Rahmen eines öffentlich-rechtlichen Ausbildungsverhältnisses abgeleistet. Die eingestellten Bewerberinnen und Bewerber führen während des Vorbereitungsdienstes die Dienstbezeichnung „Gerichtsvollzieheranwärterin“ oder „Gerichtsvollzieheranwärter“.

Nach erfolgreichem Bestehen der Gerichtsvollzieherprüfung erfolgt ggf. die Übernahme in das Beamtenverhältnis auf Probe mit dreijähriger Probezeit und die Ernennung zur Gerichtsvollzieherin / zum Gerichtsvollzieher. Bei entsprechender Bewährung folgt die Übernahme in das Beamtenverhältnis auf Lebenszeit.


Wie viel verdienen Sie in der Ausbildung?

Besoldung Quelle: Justiz NRW

„Sonstige Bewerberinnen und Bewerber“
Die zugelassenen Bewerberinnen und Bewerber führen während der Einführungszeit ihre bisherige Amtsbezeichnung oder Dienstbezeichnung und behalten ihre Besoldung beziehungsweise Bezüge.

Externe Bewerberinnen und Bewerber :

Gerichtsvollzieheranwärterinnen und Gerichtsvollzieheranwärter erhalten eine Unterhaltsbeihilfe, die sich aus einem monatlichen Grundbetrag und einem Familienzuschlag zusammensetzt. Der monatliche Grundbetrag beträgt 2 382,32 Euro (Stand Janaur 2022). Der Familienzuschlag wird in entsprechender Anwendung des nordrhein-westfälischen Landesbesoldungsrechts gewährt.


Wie sieht die Ausbildung aus?

Anwärterinnen und Anwärter für den Gerichtsvollzieherdienst absolvieren eine 20-monatige Einführungszeit, die eine praktische Ausbildung (insgesamt elf Monate) und drei theoretische Lehrgänge von zwei, vier und drei Monaten umfasst. Die Lehrgänge finden im Ausbildungszentrum der Justiz Nordrhein-Westfalen, Nebenstelle Monschau statt. Die Ausbildung beginnt am 1. Juli des Zulassungsjahres und endet mit der Laufbahnprüfung für den Gerichtsvollzieherdienst. Die Prüfungen werden durch die Prüfungsausschüsse bei den jeweiligen Oberlandesgerichten abgenommen.

Sonstige Bewerberinnen und Bewerber sowie die externen Bewerberinnen und Bewerber absolvieren zuvor noch einen sechsmonatigen Eignungslehrgang (Beginn 1. Januar des Einstellungsjahres), der aus einem dreimonatigen fachtheoretischen Lehrgang und aus fachpraktischen Ausbildungszeiten besteht. Erst bei Bestehen des Eignungslehrgangs erfolgt dann folgt die 20-monatige Einführungszeit zum Gerichtsvollzieherdienst.


Was werden Sie in der Ausbildung lernen?

Die Ausbildung umfasst folgende Fächer:

  • Zwangsvollstreckungsrecht
  • Bürgerliches Recht und Handelsrecht
  • Zustellungswesen
  • Kostenrecht
  • Spezifische Fächer für Gerichtsvollzieherinnen und Gerichtsvollzieher

Darüber hinaus werden Grundkenntnisse in folgenden Bereichen vermittelt:

  • Psychologie
  • Selbstverteidigung
  • Steuerrecht und Arbeitsrecht
  • Staatsrecht und Strafrecht
  • Deeskalation und Eigensicherung

Wie können Sie sich bewerben?

Die Ausbildungsgänge für den Gerichtsvollzieherdienst werden regelmäßig zum Anfang eines Jahres, i.d.R. zum Februar, u. a. im Justizportal ausgeschrieben. Bewerbungen sind über ein dann geöffnetes Bewerbungsportal an die Präsidentin / den Präsidenten des Oberlandesgerichts des Bezirks zu richten, in deren / dessen Bezirk die Ausbildung und der spätere Einsatz erfolgen sollen.

Wer bereits im Justizdienst arbeitet, reicht die Bewerbung außerdem auf dem Dienstweg ein. Soweit die erforderlichen Unterlagen in den Personalakten enthalten sind, kann darauf Bezug genommen werden.

Wer noch nicht im Justizdienst tätig ist, fügt seiner Bewerbung die folgenden Unterlagen bei:

  • Tabellarischer Lebenslauf
  • Ablichtung des Zeugnisses des erreichten Schulabschlusses
  • Ablichtung des Zeugnisses des erreichten Berufsabschlusses
  • Nachweise über die bisherige berufliche Tätigkeit
  • Ggf. Ablichtung des Schwerbehindertenausweises
  • Ausgefüllter Vordruck mit ergänzenden Erklärungen zur Bewerbung

Bewerbungen von Frauen, schwerbehinderten und gleichgestellten behinderten Menschen im Sinne des § 2 Absatz 3 des Sozialgesetzbuches IX und von Menschen mit Migrationshintergrund sind ausdrücklich erwünscht.

Die rechtlichen Grundlagen zu der Einstellung von externen Bewerberinnen und Bewerbern finden Sie in der APO GVöRA NRW. Diese gilt in Ergänzung zu der  Verordnung über die Ausbildung und Prüfung für die Laufbahn der Gerichtsvollzieherinnen und Gerichtsvollzieher des Landes Nordrhein-Westfalen (Gerichtsvollzieherausbildungsordnung - GVAO) die unter folgendem Link abrufbar ist:

https://recht.nrw.de/lmi/owa/br_bes_text?sg=0&menu=0&bes_id=37945&aufgehoben=N&anw_nr=2 .

Detaillierte Auskünfte zu Einstellungsvoraussetzungen, erforderlichen Bewerbungsunterlagen und zum Ablauf des Auswahlverfahrens erteilen gerne: