Beamter im Justizwachtmeisterdienst (m/w/d)

Nach Ihrer praktischen Ausbildung als Justizhelferin / Justizhelfer folgt der fachtheoretische Justizwachtmeisterlehrgang.

Was erwartet mich?

Justizwachtmeisterinnen und Justizwachtmeister sind Vollzugsdienstkräfte des Landes Nordrhein-Westfalen und sorgen bei den Justizbehörden – Gerichte, Fachgerichte und Staatsanwaltschaften – vor allem für die Aufrechterhaltung der Ruhe, Ordnung und Sicherheit einschließlich der dazu erforderlichen Maßnahmen im Rahmen des Sicherheitskonzeptes Nordrhein-Westfalen. Sie üben damit hoheitsrechtliche Befugnisse im Rahmen ihrer Aufgaben aus.

Beamtinnen und Beamte im Justizwachtmeisterdienst tragen im Dienst grundsätzlich eine Uniform und

  • sorgen für die Sicherheit von Terminen und Sitzungen,
  • vollziehen sitzungspolizeiliche Maßnahmen nach den Weisungen der Richterinnen und Richter,
  • führen Gefangene zu Terminen und Sitzungen vor,
  • bewachen die vorgeführten und in Haft genommenen oder auf besondere Anordnung zu beaufsichtigenden Personen innerhalb der Justizgebäude und
  • übernehmen oder unterstützen nach Anweisung das Festhalten, vorläufige Festnehmen, Vorführen oder Verhaften einer Person sowie Durchsuchungen und Beschlagnahmungen.

Darüber hinaus führen Justizwachtmeisterinnen und Justizwachtmeister auf Weisung sonstige Aufgaben hoheitsrechtlicher Art aus – auch anderer Dienstzweige (z. B. im Mobiliarvollstreckungsdienst der Justiz, bei der Wahrnehmung der Aufgaben des allgemeinen Vollzugsdienstes beim Vollzug von Jugendarrest) und bei anderen Justizbehörden.

Mit ihrer Präsenz und ihrem Einsatz sorgen die Justizwachtmeisterinnen und Justizwachtmeister für die Sicherheit in Gerichten und Staatsanwaltschaften und vermitteln den Bürgerinnen und Bürgern damit ein positives Bild der Justiz.


Wo werden Sie arbeiten?

Standortkarte Quelle: Justiz NRW

Justizwachtmeisterinnen und Justizwachtmeister können in den fünf Gerichtsbarkeiten und bei den Staatsanwaltschaften in Nordrhein-Westfalen eingesetzt werden. Im Einzelnen sind dies:

  • die ordentliche Gerichtsbarkeit mit 129 Amtsgerichten, 19 Landgerichten und den drei Oberlandesgerichten in Düsseldorf, Hamm und Köln,
  • die Verwaltungsgerichtsbarkeit mit sieben Verwaltungsgerichten und dem Oberverwaltungsgericht in Münster,
  • die Sozialgerichtsbarkeit mit den acht Sozialgerichten und dem Landessozialgericht in Essen,
  • die Arbeitsgerichtsbarkeit mit 30 Arbeitsgerichten und den drei Landesarbeitsgerichten in Düsseldorf, Hamm und Köln,
  • die Finanzgerichtsbarkeit mit den drei Finanzgerichten in Düsseldorf, Köln und Münster sowie
  • die 19 Staatsanwaltschaften und drei Generalstaatsanwaltschaften in Düsseldorf, Hamm und Köln.

Sämtliche Standorte und Einsatzmöglichkeiten für alle, die eine sinnstiftende Tätigkeit in unserem Bundesland suchen, finden Sie auf unserer Standorte-Übersicht.


Benjamin F., Beamter im Justizwachtmeisterdienst
Benjamin F.
Beamter im Justizwachtmeisterdienst
Als Beamter im Justizwachtmeisterdienst sorge ich für die Sicherheit bei Gericht oder in Staatsanwaltschaften, um für alle Beteiligten ein ordentliches und störungsfreies Verfahren zu gewährleisten. Zu meinen Aufgaben gehört es auch, Gefangene zu bewachen und Angeklagte in den Gerichtssaal zu führen. Mit dem gleichen Respekt, den das Gericht von ihnen erwartet. Das ist nicht nur meine Aufgabe, sondern auch meine Überzeugung.

Was müssen Sie mitbringen?

Einstellungsvoraussetzungen Quelle: Justiz NRW

Der Justizwachtmeisterdienst gehört zur Laufbahngruppe 1, erstes Einstiegsamt in der Justiz des Landes Nordrhein-Westfalen.

Bewerberinnen und Bewerber müssen folgende Voraussetzungen erfüllen:

  • Hauptschulabschluss
  • zum Zeitpunkt der Einstellung regelmäßig noch nicht 40 Jahre alt und damit zum Zeitpunkt der Verbeamtung auf Probe noch nicht 42 Jahre alt; als schwerbehinderter oder gleichgestellter behinderter Mensch (§ 2 Absatz 3 Sozialgesetzbuch IX) regelmäßig noch nicht 43 bzw. noch nicht 45 Jahre alt
  • Deutsche / Deutscher im Sinne des Artikels 116 des Grundgesetzes oder die Staatsangehörigkeit eines anderen Mitgliedstaates der Europäischen Union
  • Eintreten für die freiheitliche demokratische Grundordnung im Sinne des Grundgesetzes
  • charakterliche, geistige, körperliche und gesundheitliche Eignung für die Laufbahn; von schwerbehinderten Menschen wird nur das für die Laufbahn erforderliche Mindestmaß körperlicher Eignung verlangt

Wie erfolgt der Berufseinstieg? Welche Perspektiven haben Sie?

Die Einstellung in den Justizwachtmeisterdienst erfolgt in der Regel zunächst in ein Beschäftigungsverhältnis als Justizhelferin / Justizhelfer, wobei feste Einstellungstermine nicht vorgegeben sind. Nach erfolgreichem Abschluss eines achtwöchigen Ausbildungslehrgangs und einer Dienstzeit von mindestens achtzehn Monaten im Arbeitsverhältnis folgt bei entsprechenden beamtenrechtlichen und sonstigen Voraussetzungen die Übernahme in das Beamtenverhältnis auf Probe – als Justizwachtmeisterin oder Justizwachtmeister.

Es besteht die Möglichkeit zur Leiterin / zum Leiter oder zur Stellvertretenden Leiterin / zum Stellvertretenden Leiter einer Wachtmeisterei bestimmt zu werden. Aufgaben sind u. a. die Verteilung aller Geschäfte des Justizwachtmeisterdienstes und die Anleitung neu eintretender Kräfte.

Mit kontinuierlichen Fortbildungen wird sichergestellt, dass die Beamtinnen und Beamten des Justizwachtmeisterdienstes in der Lage sind, die Sicherheit der Justizeinrichtungen zu gewährleisten und ihre weiteren hoheitlichen Aufgaben sicher zu erfüllen.


Wie viel verdienen Sie?

Besoldung / Gehalt Quelle: Justiz NRW

Die Einstellung erfolgt zunächst als Justizhelferin / Justizhelfer in der Entgeltgruppe 3 TV-L. Die Besoldung von Justizwachtmeisterinnen und Justizwachtmeister in Nordrhein-Westfalen erfolgt nach dem Landesbesoldungsgesetz – LBesG NRW, Besoldungsordnung A LBesO NRW. Der Berufseinstieg erfolgt in der Besoldungsgruppe A 5 (Justizoberwachtmeisterin / Justizoberwachtmeister). Je nach wahrgenommener Funktion ist eine Beförderung bis Besoldungsgruppe A 7 (Erste Justizhauptwachtmeisterin / Erster Justizhauptwachtmeister) möglich.

Unabhängig von Beförderungen steigt die Besoldung mit zunehmender Erfahrung in Stufen an und kann sich durch Zuschläge – z. B. einen Familienzuschlag – erhöhen. In Krankheitsfällen wird eine Beihilfe gewährt. Darüber hinaus besteht Anspruch auf Versorgung nach beamtenrechtlichen Grundsätzen.


Wie sieht die Ausbildung aus?

Die angehenden Beamtinnen und Beamten im Justizwachtmeisterdienst absolvieren im Anschluss an ihre praktische Ausbildung als Justizhelferin / Justizhelfer einen achtwöchigen fachtheoretischen Lehrgang am Ausbildungszentrum der Justiz Nordrhein-Westfalen, Nebenstelle Monschau. Der fachtheoretische Lehrgang schließt mit einem qualifizierten Zeugnis ab.


Was werden Sie in der Ausbildung lernen?

Im Justizwachtmeisterlehrgang lernen die Beamtinnen und Beamten die Grundlagen für einen erfolgreichen Einsatz im Rahmen des Sicherheitskonzepts Nordrhein-Westfalen, u. a.

  • Sitzungs-, Vorführungs-, Sicherheits- und Ordnungsdienst,
  • Ausübung und Grenzen unmittelbaren Zwangs,
  • Bestimmungen betreffend den Einsatz von Schuss- und Schlagwaffen,
  • Zustellungsrecht,
  • Vermittlung grundlegender Rechtskenntnisse,
  • Grundzüge der Psychologie,
  • Kurzüberblick über die Mobiliarzwangsvollstreckung,
  • Verfassungs- und Beamtenrecht,
  • Gerichtsorganisation,
  • Gesundheitsfürsorge,
  • Eigen- und Fremdsicherung,
  • Erste Hilfe (Betriebshelfer),
  • praktische und theoretische Einweisung in Strahlenschutz einschl. der Möglichkeit des Erwerbs der Befähigung zur / zum Strahlenschutzbeauftragten,
  • Durchführung von Eingangskontrollen mit den Schwerpunkten Waffenrecht und Gepäckdurchleuchtung sowie
  • Umgang mit und Einsatz von Handfunksprechgeräten.

Wie können Sie sich bewerben?

In Nordrhein-Westfalen werden immer wieder Bewerberinnen und Bewerber für den Justizwachtmeisterdienst bei den Justizbehörden gesucht. Bewerbungen mit den vollständigen Bewerbungsunterlagen sind an die jeweiligen Justizbehörden (Personalabteilungen) zu richten. Freie Stellen werden auch im Justiz-Onlineportal veröffentlicht.

Wer bereits im Justizdienst arbeitet, reicht die Bewerbung auf dem Dienstweg ein. Soweit die erforderlichen Unterlagen in den Personalakten enthalten sind, kann darauf Bezug genommen werden.

Bewerbungen von Frauen, schwerbehinderten und gleichgestellten behinderten Menschen im Sinne des § 2 Absatz 3 des Sozialgesetzbuches IX und von Menschen mit Migrationshintergrund sind ausdrücklich erwünscht.

Bewerberinnen und Bewerber, die im Laufe des Auswahlverfahrens, das einen schriftlichen Aufgabenteil und ein Vorstellungsgespräch beinhaltet, in die engere Wahl gezogen werden, müssen zum Abschluss des Auswahlverfahrens einen auf die Anforderungen des Justizwachtmeisterdienstes abgestimmten Sporttest bestehen.