2020_03_12_Minister_Sassenberg
v.l.n.r: Leiterin der JVA Bielefeld-Senne Kerstin Höltgemeyer-Schwick, Minister Peter Biesenbach, Bürgermeister Josef Uphoff. Quelle: Justiz NRW

Minister Biesenbach besuchte Kindertagesstätte “Zauberland“ in Sassenberg

Gutes Beispiel für gelungene Eingliederungsmaßnahme
Der Minister der Justiz Peter Biesenbach besuchte die Kindertagesstätte “Zauberland“ der Stadt Sassenberg, um sich über das landesweit bislang einzigartige Projekt „Man-Power“ der JVA Bielefeld-Senne zu informieren: Über 70 Strafgefangene des Offenen Vollzugs haben die Außenbereiche von 5 Kindertagesstätten der Stadt Sassenberg instand gesetzt.

Die Inhaftierten der Außenstellen Gröblingen und Westkirchen der JVA Bielefeld-Senne haben in den letzten 15 Monaten an rund 50 Samstagen ehrenamtliche Arbeit geleistet und dafür auf ihren Ausgang verzichtet. Hecken wurden geschnitten, Spielgeräte repariert oder erneuert, Beete angelegt und vieles mehr.

Insgesamt wendeten die Gefangenen 1546 Arbeitsstunden auf, in denen 74 Tonnen Mutterboden, 63 Tonnen Sand, 210 Liter Farbe und 1,8 Tonnen Beton verarbeitet wurden. Sie pflasterten zudem 300 m2 Wege, verlegten 2600 m2 Rollrasen und entsorgten Grünschnitt in 18 Containern. Die Materialkosten von 80.000 Euro übernahm die Stadt Sassenberg (Kitaträger-Rettungspaket).

Großes Interesse der Gefangenen: Wartelisten für Teilnehmer

Laut Initiator und Motor der Initiative Volker C. (Name geändert), Inhaftierter der Außenstelle Westkirchen, hat sich das Projekt nach anfänglicher Skepsis sehr erfolgreich etabliert. Als Landschaftsgärtner verfügt er über das nötige Knowhow und auch unter den Mitgefangenen hat sich der Sinn und Zweck der Aktion schnell rumgesprochen, so dass zwischenzeitlich sogar eine Warteliste für Teilnehmer geführt werden musste.

Absolut offene Kommunikation zwischen Strafvollzug, Stadt und Eltern
Bürgermeister Josef Ubhoff sprach im Namen der Stadt Sassenberg, der Kinder, der Kita-Mitarbeiter sowie der Eltern allen beteiligten Strafgefangenen und der JVA Bielefeld-Senne seinen besonderen Dank aus. Bei dem Konzept handele es sich nicht nur um ein tolles Projekt, sondern auch die Ergebnisse seien beeindruckend. Wo einst ein ungenutztes Stück Land war, ist ein Blumenbeet entstanden. Das Wasserspiel und ein Häuschen wurden restauriert, Wege neu gepflastert und Zäune gestrichen. Insgesamt gestaltete sich die Zusammenarbeit außerordentlich intensiv und effizient. Als ein Schlüssel zum Erfolg sei die absolut offene Kommunikation zwischen Strafvollzug, der Stadt Sassenberg und den Eltern zu nennen.

Projekt hebt Bedeutung des offenen Vollzugs hervor

Der Minister der Justiz Peter Biesenbach zeigte sich äußerst beeindruckt von dem im „Zauberland“ Geleisteten und betonte, dass mit einem Projekt wie „Man-Power“ alle Wünsche eines Ministers der Justiz für den Offenen Vollzug erfüllt seien. Insbesondere dann, wenn es um die Wiedereingliederung von Menschen, die zu einer Freiheitsstrafe verurteilt sind, gehe. Die ehrenamtliche Mitarbeit von Strafgefangenen an diesem außergewöhnlichen Projekt, bei der die Teilnehmer Anerkennung, Respekt und Dankbarkeit erfahren, sei ein sehr gutes Beispiel für eine gelungene Eingliederungsmaßnahme. Darüber hinaus sei es auch eine Botschaft, die die besondere Bedeutung des Offenen Vollzuges im Lande hervorhebe.
Herr Minister dankte allen an dem Projekt beteiligten Inhaftierten und der JVA Bielefeld-Senne für ihr tolles Engagement und versprach, als Botschafter für das Projekt werben zu wollen, in der Hoffnung, Nachahmer zu finden.