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Wege zur besseren Bekämpfung von Menschenhandel und Zwangsprostitution

Bekämpfung dieser Form schwerer organisierten Kriminalität ist ein wichtiges Ziel der Strafverfolgungsbehörden

Der schwedische Sonderbotschafter Per-Anders Sunesson und Justizstaatssekretär Dirk Wedel sprachen am Montag (28.09.) in Düsseldorf über die unterschiedlichen Modelle und die mit ihnen gemachten Erfahrungen.

Weltweit werden Menschen Opfer von Menschenhandel und Zwangsprostitution. Die Bekämpfung dieser Form schwerer organisierten Kriminalität ist ein wichtiges Ziel der Strafverfolgungsbehörden in allen europäischen Staaten. Menschen, die der Prostitution nachgehen, dürfen nicht Opfer von Ausbeutung, Zwang und Gewalt werden.

Bei dem Ziel, betroffene Menschen zu schützen und ihre Situation zu verbessern, haben Deutschland und Schweden unterschiedliche Handlungsstrategien entwickelt. Staatssekretär Dirk Wedel und der Schwedische Sonderbotschafter zur Bekämpfung von Menschenhandel Per-Anders Sunesson sprachen über die unterschiedlichen Modelle und die mit ihnen gemachten Erfahrungen.

Im Gegensatz zu Deutschland, wo die Ausübung der Prostitution bestimmten gesetzlichen Bedingungen unterliegt, hat Schweden die Nachfrage nach Prostitution seit 1998 unter Strafe gestellt. In dem gemeinsamen Gespräch warb der Sonderbotschafter für das Schwedische Modell, das in Schweden zu einem Umdenken in der Bevölkerung beim Thema Prostitution geführt habe und dort breite Akzeptanz erfahre.

Staatssekretär Wedel hob hervor, dass in Deutschland die Ausübung der Prostitution im Rahmen des Grundrechts auf Berufsfreiheit reglementiert werde. Beratungsangebote und Meldepflichten dienten der Identifikation und Hilfe möglicher Opfer. Neben der konsequenten Verfolgung von Menschenhandel und Zwangsprostitution durch Polizei und Justiz sei vor allem die enge Zusammenarbeit mit Nichtregierungsorganisation, die Opfer unterbringen und betreuen, von hoher Bedeutung. Das Land fördere acht Beratungsstellen, die Opfern auch Ausstiegsperspektiven bieten.