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Psychiatrie Fröndenberg

Quelle: Justiz NRW / Dirk Reuter

Justizminister Biesenbach weiht Akutbehandlungsstation Psychiatrie im Justizvollzugskrankenhaus ein

Neue Station umfasst 20 Plätze, jeweils 10 für weibliche und männliche Inhaftierte

Heute (06.05) hat der Minister der Justiz Peter Biesenbach eine neue Akutbehandlungsstation Psychiatrie im Justizvollzugskrankenhaus Nordrhein-Westfalen in Fröndenberg eingeweiht.

Das Justizvollzugskrankenhaus Fröndenberg wurde 1974 bis 1979 als städtisches Krankenhaus erbaut und ist seit dem Jahr 1986 als einziges Vollzugskrankenhaus des Landes Nordrhein-Westfalen Kernpunkt der medizinischen Versorgung der Inhaftierten im Land. Es handelt sich um ein Krankenhaus der erweiterten Grundversorgung und verfügt über zwei Operationssäle, eine Intensivbehandlungseinheit, Untersuchungs- und Behandlungsräume für die Ambulanzen der verschiedenen Fachrichtungen, eine Röntgenabteilung, eine physikalische Therapieabteilung sowie ein Labor, welches zahlreiche Anstalten mitversorgt.

Die neue Station umfasst 20 Plätze, jeweils 10 für weibliche und männliche Inhaftierte, aufgeteilt in Einzel- und Doppelzimmer. Erstmals kann das Justizvollzugskrankenhaus NRW damit auch weibliche psychisch kranke Inhaftierte aufnehmen. Deren Biographien weisen häufig massive Traumatisierungen nach erlittener Gewalt, auch sexueller Gewalt, auf. Die Anstalten erfahren hierdurch eine erhebliche Entlastung, da bei den weiblichen Gefangenen der Anteil mit psychischen Erkrankungen höher ist als bei den männlichen Gefangenen.

Minister der Justiz Peter Biesenbach: „Ich freue mich, heute diese Abteilung eröffnen zu können. Der Bedarf an Akutbehandlungsplätzen insbesondere für Patienten mit schizophrenen Psychosen ist in der Vergangenheit deutlich angestiegen. Dies hat in der Praxis oft zu Wartezeiten geführt. Für die betroffenen Gefangenen und die mit ihnen befassten Bediensteten in den Anstalten stellt dies eine erhebliche Belastung dar. Durch die zusätzlichen 20 Plätze kann eine deutliche Verbesserung der Situation für die kranken Gefangenen und auch für die betreuenden Bediensteten erreicht werden.“

Seit langem ist es ein großes Anliegen der Justiz, die Behandlung akut stationär behandlungsbedürftiger psychisch kranker Gefangener weiter auszubauen. Seit 2006 ist eine stationäre Behandlungseinheit für psychisch kranke Gefangene im Justizvollzugskrankenhaus NRW eingerichtet. Bis 2019 bestand die Abteilung für Psychiatrie aus einer Akutbehandlungsstation mit einer Belegungsfähigkeit von 16 Plätzen und einer Regelbehandlungsstation mit 24 Behandlungsplätzen. Insbesondere die Akutbehandlungsplätze waren jedoch nicht annährend auskömmlich, so dass der Bau- und Liegenschaftsbetrieb NRW mit entsprechenden Umbaumaßnahmen im Krankenhaus beauftragt wurde. Durch die Inbetriebnahme der neuen Abteilung mit 20 Plätzen wird die Kapazität für Akutfälle damit schon jetzt mehr als verdoppelt. Durch den Umbau einer weiteren Station im Vollzugskrankenhaus sollen bis Mitte 2023 insgesamt 53 Akutbehandlungsplätze für psychisch kranke Gefangene zur Verfügung stehen.

Der Geschäftsführer des Bau- und Liegenschaftsbetriebs NRW Dirk Behle: „Was in Fröndenberg in so kurzer Zeit neben laufenden Sanierungsarbeiten realisiert wurde ist beeindruckend. Es freut mich, dass der BLB NRW erneut in enger Zusammenarbeit mit der Justiz einen wichtigen Beitrag für den nordrhein-westfälischen Justizvollzug leisten konnte.“