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Hafthaus

Quelle: Peter Dohmen (WHKT)

Handwerk im Hafthaus

Verbesserung des Zugangs von ehemaligen Inhaftierten als qualifizierte Fachkräfte zum Arbeitsmarkt

Minister der Justiz Dr. Benjamin Limbach war am Freitag (21.10.) zu Gast beim offiziellen Auftakt für das gemeinsame Projekt „Handwerk im Hafthaus“. Er wurde vom Vizepräsidenten des Westdeutschen Handwerkskammertags, Felix Kendziora, gemeinsam mit zahlreichen Vertreterinnen und Vertretern der Arbeitnehmer-Seite der sieben nordrhein-westfälischen Handwerkskammern auf Schloss Raesfeld begrüßt.

Das Projekt „Handwerk im Hafthaus“ trägt dem Umstand Rechnung, dass es sich in der Praxis allzu häufig als schwierig erweist, ein während der Inhaftierung angebahntes Beschäftigungsverhältnis nach der Haftentlassung tatsächlich anzutreten. Trotz der Vermittlung guter beruflicher Fertigkeiten und einer gründlichen Entlassungsvorbereitung bleibt der Sprung in die Freiheit und in eine berufliche Tätigkeit anspruchsvoll. 

Aus Sicht der entlassenen Person sind die Art der Aufnahme im neuen Kollegenkreis, unbekannte neue Vorgesetzte und eine vom gewohnten vollzuglichen Umfeld oftmals abweichende Arbeitsumgebung maßgebliche Faktoren. Demgegenüber fehlt den Betrieben, Vorgesetzten und Mitarbeitenden ein Konzept, wie sie mit dem Umstand umgehen sollen, dass die neue Kollegin oder der Kollege eine Straftat begangen und eine Haftstrafe verbüßt hat. 

Die Kooperation mit dem Westdeutschen Handwerkskammertag soll eine Brücke schlagen, über die Handwerksbetriebe innerhalb und außerhalb der Justizvollzuganstalten miteinander verbunden werden. Dazu soll die Möglichkeit bestehen, dass sich die künftigen Beschäftigten und ihre Arbeitgeber bereits während der Inhaftierung kennenlernen, die Inhaftierten die zukünftige Arbeitsstelle und die Kolleginnen und Kollegen bereits „beschnuppern“, mittels Praktika in Handwerksbetrieben erste Erfahrungen sammeln und eine bereits begonnene Ausbildungen nahtlos in den beteiligten Handwerksbetrieben fortsetzen können. Zudem sollen auch Vertreterinnen und Vertreter von Ausbildungsbetrieben einzelne Ausbildungsabschnitte oder Fördermaßnahmen in der jeweiligen Justizvollzugsanstalt durchführen können.

Für die Kooperation wurde neben der Justizvollzugsanstalt Heinsberg, wo jugendliche Inhaftierte aus einer größeren Anzahl handwerklicher Berufe entsprechend der festgestellten Bedarfe und Neigungen ausgebildet werden können, die Justizvollzugsanstalt Bochum-Langendreer als zentrale Ausbildungseinrichtung des offenen Vollzuges ausgewählt. 

www.handwerk-im-hafthaus.de

Weitere Informationen zu dem Projekt.