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Knastkultur Dortmund

Quelle: Justiz NRW

Nur wer seinen eigenen Weg geht, kann Spuren hinterlassen!

Inhaftierte hielten in Vorbereitung auf den Abend ihren Alltag auf Bildern fest

Auch dieses Jahr war die Justizvollzugsanstalt Dortmund Teil der Knastkulturwoche. Schon seit Monaten arbeiten Inhaftierte, Bedienstete und eine Künstlerin an dem, was endlich im Rahmen der gestrigen Abendveranstaltung (16.11.) präsentiert werden konnte

So hielt in Vorbereitung auf den Abend eine Gruppe von Inhaftierten nach entsprechender Anleitung durch Bedienstete mit Fotokameras kreativ und rastlos die Anstalt und ihren Alltag auf Bildern fest. In einem weiteren Projekt wurden zusammen mit der Künstlerin Anna-Laura Wien mehreren Inhaftierten Tricks und Kniffe beim Malen vermittelt. So entstanden Gemälde, in denen die Inhaftierten ihre eigene Vorstellung von „Hoffnung“ auf die Leinwände brachten. Ausgehend vom Begriff der „Bewegung“ des diesjährigen Mottos der Knastkulturwoche und dem Leitgedanken, dass jeder Mensch Spuren in seinem Leben hinterlässt und das Leben ebenso Spuren auf jedem Einzelnen verewigt, haben Inhaftierte Fußspuren und Gemälde erstellt. Darin thematisieren sie ihre ganz persönliche Interpretation des Weges von der Haft in die Freiheit.

Dabei hatte die gestrige Abschlussveranstaltung etwas ganz Besonderes zu bieten: Die Gäste wurden Teil des letzten Kunstprojektes. Denn sie konnten die erstellten Fußspuren mit aufklebbaren Spuren vervollständigen und so ihre eigenen Spuren in der Anstalt hinterlassen.

Durch die Präsentation der vielfältigen Projekte erfuhren die Inhaftierten eine ganz besondere Wertschätzung für ihre Kunstwerke. Immerhin waren ca. 50 Gäste vor Ort, die sie nun feierten. Und ein bisschen Stolz war im Raum. Denn einige Inhaftierte durften von ihren Angehörigen auf der Abendveranstaltung begleitet werden. Die Veranstaltung wurde zudem stimmungsvoll mit Gitarre und Klavier musikalisch begleitet durch Marc und Luca Ossau.

Damit der gelungene Abend noch lange in Erinnerung bleibt, konnten auch die Gäste etwas Bleibendes von diesem mitnehmen: Neben Produkten aus dem Knastladen standen Bücher, Kalender und Postkarten aus den Projekten zum Erwerb bereit. Mit dem Kauf von Gebäck aus der „Dortmunder Keksaktion“ konnten die Besucher zudem ein Kinderhospiz unterstützen.