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Plakat zur Ausstellung MOTIVE

Quelle: Frauenmuseum

MOTIVE - Kunst von Inhaftierten + Geschichte der Frauenkriminalität

Präsentiert wird auch das Taschenprojekt der JVA Köln "100 Tage - 100 Taschen"

Die Werke aus der Justizvollzugsanstalt für Frauen Vechta entstanden 2020-2023 im Atelier für künstlerische und kunsttherapeutische Intervention unter der Leitung von Teréz Fóthy. Ziel war es, die Schwierigkeiten der Frauen zu erkennen, sie anzuerkennen und ihnen durch das Malen einen Wandlungsprozess nachhaltig sichtbar und erfahrbar zu machen. Gefühle und Handlungen werden wahrgenommen und durch NEUES Verhalten und Erleben erweitert. Die Teilnehmerinnen erarbeiten sich ein stärkendes Selbstbewusstsein. Das künstlerische Gestalten löst die Teilnehmerinnen aus ihrem „Eingeengt-Sein“ in ihrer festgeschriebenen Rolle heraus und führt sie mit Hilfe alternativer Lösungsvorschläge zu neuen Erfahrungen und Ansichten. Bei den Arbeiten handelt es sich teilweise um die „Übermalung“ bzw. „Überschreibung“ des oftmals voyeuristischen Männerblicks auf die Rolle der Frau. Mit sehr persönlichen Neufassungen bekannter Gemälde wie Phryne vor den Richtern von J.L. Gérôme, Susanna im Bade von Corinth, „Frühstück im Grünen“ von Manet oder dem „Ursprung der Welt“ von Courbet sind neue Interpretationen aus Frauenperspektive entstanden. Mit dem Übermalen lösen sich die Malenden aus einengenden Verhaltensmustern und erarbeiten sich alternative Handlungsstrategien.

Im historischen Teil werden Einblicke in die Frauenkriminalität gezeigt. Ausgehend von der Frage, ob es frauentypische Delikte gibt, geht es darum, welches abweichende Verhalten zu welchen Zeiten vor Gericht kommt. Gewalt- und Eigentumsdelikte galten immer als Verbrechen, Sittlichkeitsdelikte lediglich in bestimmten Epochen. Wie kam es, dass Schicksale als ledige Mutter oder als Prostituierte kriminalisiert wurden? Frauen wurden in früheren Jahrhunderten nicht von der Justiz geschont. Kindsmörderinnen und Frauen, die als Männer auftraten und eine Frau heirateten, wurden in früheren Jahrhunderten zur Abschreckung hingerichtet. Später beschäftigte sich die Justiz verstärkt mit der Prävention, d.h. der Vermeidung von Verbrechen. Biologistische Argumente rund um die unzurechnungsfähige weibliche Psyche mochten Strafen mildern, stärkten aber ein Frauenbild, das auf weiblicher Schwäche basierte. Über Jahrhunderte kamen Ehrenstrafen am häufigsten vor. Frauengefängnisse wurden erst im Laufe des 19. Jahrhunderts errichtet. Dort sollten die verurteilten Frauen „gebessert“ werden, indem sie diszipliniertes Arbeiten lernten. Im modernen Strafvollzug ist die soziale Integration in ein straffreies gesellschaftliches Leben das oberste Ziel.

Im dritten Teil der Ausstellung präsentieren Künstlerinnen Installationen zu Kriminalität und Gefängnis. Beteiligt sind Daniela Flörsheim/Semra Sanliünal, Regina Hellwig-Schmid, Consuelo Méndez Burneo, Lucia Meurer, Neringa Naujokaite, Monika Ortmann, Beate Passow, Marianne Pitzen, Tina Schwichtenberg, Webellin. Dazu zeigen wir ausgewählte Positionen unserer Sammlung, kuratiert von Silke Dombrowsky, M.A. Curt Delander stellt Prominente Strafgefangene wie Vera Brühne vor.

Zusätzlich präsentiert der Ausbildungsbetrieb für Frauen der JVA Köln das Taschenprojekt "100 Tage 100 Taschen". In Form von 100 Taschen, die individuell aus recycelten Materialien des Alltags genäht wurden, kreierten die Teilnehmerinnen eine Verbindung von Design, Kunst und Handwerk , um die Länge von Zeit und Raum erfahrbar zu machen.

Kuratorinnen: Bettina Bab, Historikerin + Ellen Junger, B.Sc., + Teréz Fóthy, M.A. 

Die Ausstellung wurde bis zum 9. März verlängert! 

Öffnungszeiten: 
Di-Sa 14:00-18:00 Uhr
So 11:00-18:00 Uhr

Eintritt: 10 / 6 €

Kostenlose, offene Führung
Jeden 1. Sonntag im Monat wird eine kostenlose, offene Führung angeboten. Entdecken Sie gemeinsam mit der Vermittlerin Verena Stark das Museum auf allen Etagen und erhalten Sie vertiefende Einblicke. Treffpunkt ist um 15:00 Uhr an der Kasse. 


 

Termin:

Beginn:
25.11.2023
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Ende:
09.03.2024

Ort:

Frauenmuseum, Im Krausfeld 10, 53111 Bonn
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Kontakt:

Tel.: +49228 691344
E-mail: info@frauenmuseum.de


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Weitere Informationen: