Bewusstsein für Verantwortung, Toleranz und Vielfalt schaffen
Der 27. Januar ist der Tag des Gedenkens an die Opfer des Nationalsozialismus und ein besonderer Anlass sich kritisch mit der Justiz während der NS-Zeit auseinander zu setzen und sich der grundlegenden Werte unseres demokratischen Rechtsstaats bewusst zu werden.
Studierende des Fachbereichs Rechtspflege der Hochschule der Justiz Nordrhein-Westfalen (HS Justiz NRW) besuchten das NS-Dokumentationszentrum Köln (NS-DOK), eine der größten kommunalen Gedenkstätten für die Opfer des Nationalsozialismus.
Die Dauerausstellung in einem ehemaligen Gestapo-Gebäude dokumentiert die Verfolgung durch den NS-Staat. Die Studierenden erhielten Einblicke in die Haftbedingungen, besichtigten die ehemaligen Gefängniszellen mit den erhaltenen Inschriften der Inhaftierten und den Innenhof, in dem 1944/45 mehr als 400 Menschen hingerichtet wurden.
Im Rahmen der Führung wurde auch die Rolle der Justiz in der NS-Zeit kritisch beleuchtet. Besonders die Zellen im Kellertrakt hinterließen bei den Studierenden einen nachhaltigen Eindruck.
Ein weiterer Programmpunkt war der Besuch der neu gestalteten Dauerausstellung im Haus der Geschichte in Bonn. Auf einer Zeitreise durch über sieben Jahrzehnte deutscher Geschichte standen nicht nur politische Ereignisse, sondern vor allem die Erfahrungen und Lebenswelten der Menschen im Mittelpunkt.
Zum Abschluss besuchten die Studierenden die NS-Gedenkstätte „Vogelsang IP - Internationaler Platz“ in der Eifel. Die ehemalige Ordensburg diente der Ausbildung einer nationalsozialistischen „Herrschaftselite“. Viele der dort geschulten sogenannten „Ordensjunker“ wurden später zu Tätern und Mittätern nationalsozialistischer Verbrechen.
Die Besuche der Gedenk- und Bildungsstätten ergänzen die Lehre im Fach „Öffentliches Recht“ in besonderer Weise. Zentrales Lehrthema ist dabei das Grundgesetz, das als Konsequenz aus den Erfahrungen der NS-Zeit geschaffen wurde und insbesondere die Grundrechte, das Rechtsstaatsprinzip sowie den Schutz der freiheitlich-demokratischen Grundordnung gewährleistet.
Die Justiz NRW und die Hochschule der Justiz Nordrhein-Westfalen werden solche Exkursionen auch künftig ermöglichen. Denn das kritische Auseinandersetzen mit der Geschichte ist eine wesentliche Voraussetzung, um Verantwortung für die Gegenwart zu übernehmen und die Werte von Demokratie, Toleranz und Vielfalt aktiv zu leben.
Presseerklärung der Hochschule der Justiz NRW
Für Fragen, Kommentare und Anregungen steht Ihnen zur Verfügung: maik.schlaak@hsjustiz.nrw.de
Dokumentations- und Forschungsstelle
Informationen zur Dokumentations- und Forschungsstelle „Justiz und Nationalsozialismus“ in Recklinghausen.