Gebäude Landesarbeitsgericht Düsseldorf
Quelle: Justiz NRW

Landesarbeitsgericht Düsseldorf: Unternehmenstag bei den Chocoladenfabriken Lindt & Sprüngli

Unternehmenstag
Quelle: Justiz NRW

Mitte März 2026 fand bei den Chocoladenfabriken Lindt & Sprüngli GmbH in Aachen der zweite Unternehmenstag im Bezirk des Landesarbeitsgerichts Düsseldorf statt. Dr. Christoph Ulrich, Präsident des Landesarbeitsgerichts Düsseldorf, zu der Zielsetzung dieses Formats: "Da die Arbeitsgerichtsbarkeit über Fälle aus der Arbeitswelt entscheidet, muss sie stets und aktuell wissen, was in den Betrieben passiert."

Gemeinsam mit ihrem Präsidenten und der Vizepräsidentin des Landesarbeitsgerichts Anke Salchow waren 13 Arbeitsrichteinnen und Arbeitsrichtern erster und zweiter Instanz aus dem Bezirk des Landesarbeitsgerichts Düsseldorf vor Ort. Nach einer Begrüßung durch den Arbeitsdirektor und Personalleiter Martin Allerchen sowie einer Vorstellung des Unternehmens folgte eine Besichtigung des größten Produktionsstandortes der internationalen Lindt & Sprüngli Gruppe. Die dort beschäftigten 3.500 Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer aus insgesamt 89 Nationen produzieren u.a. den Lindt Goldhasen, der weltweit vertrieben wird. Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer erhielten bei der Besichtigung wertvolle Einblicke in die einzelnen Produktionsschritte und die Ausgestaltung der verschiedenen Arbeitsplätze.     

Im Anschluss an die Werksbesichtigung wurde nach einem gemeinsamen Lunch das Seminarthema "Von der EU-Regulation hin zur praktischen Umsetzung im Werk" bearbeitet. Der Impulsvortrag von Martin Allerchen beleuchtete neben dem Lieferkettengesetz konkrete arbeitsrechtliche Fragestellungen u.a. die Arbeitssicherheit, die Arbeitszeiterfassung und die Einführung eines neuen Personalsystems unter Beachtung europarechtlicher Datenschutzvorgaben. Gemeinsam mit der Leiterin HR Business Doreen Kreusing und dem Head of HR Competence & Payroll Helge Kniepen diskutierten die Richterinnen und Richter über konkrete Probleme der Praxis. Dabei ging es u.a. um die Frage der telefonischen Krankschreibung und die Einbindung des Betriebsrats in die Veränderungen von IT-Prozessen. Weitere Frage waren die Gewinnung von Fachkräften und die Anforderungen und Umsetzung von Schichtarbeit. 

Dr. Christoph Ulrich dankte den Organisatoren für die perfekte Durchführung des zweiten Unternehmenstags. "Wir nehmen aus der Betriebsbesichtigung, den Vorträgen und den Diskussionen wertvolle Impulse und Denkanstöße für die eigene Tätigkeit in die Gerichtssäle mit." Das Format der Unternehmenstage wird fortgesetzt. Es bildet neben der bereits etablierten mehrwöchigen Unternehmenspraxis für einzelne Arbeitsrichterinnen und Arbeitsrichter und der Beteiligung der ehrenamtlichen Richterinnen und Richter an der Spruchpraxis einen weiteren Baustein der Verzahnung von Arbeitsgerichtsbarkeit und betrieblicher Praxis.