Minister Dr. Limbach bei Werkstatt-Tagen in der JVA Bochum-Langendreer
Minister der Justiz Dr. Benjamin Limbach besuchte am Mittwoch, 22. April 2026, die JVA Bochum-Langendreer anlässlich der diesjährigen Werkstatt-Tage. Diese stellen ein besonderes Angebot für interessierte Handwerksbetriebe dar, die sich vor Ort einen Eindruck von der hohen Qualität der Handwerksausbildung im Justizvollzug machen und unmittelbar mit den Ausbildenden und Inhaftierten ins Gespräch kommen können.
Justizminister Dr. Limbach: „Der Justizvollzug hat den Auftrag, Gefangene zu befähigen, zukünftig ein straffreies Leben in sozialer Verantwortung zu führen. Dies gelingt in einem erhöhten Maße, wenn durch eine Berufsausbildung oder durch einen berufserhaltenden Einsatz im Justizvollzug die Voraussetzungen geschaffen werden, nach der Haftentlassung einer Erwerbstätigkeit zur Sicherung der Lebensgrundlage nachzugehen oder eine bereits begonnene Ausbildung abzuschließen. Die Werkstatt-Tage bringen Handwerksbetriebe und sich in Ausbildung befindliche Inhaftierte zusammen. Aus diesen Begegnungen konnten bereits in vielen Fällen erfolgreich berufliche Perspektiven vermittelt werden.“
Auch in diesem Jahr nutzten zahlreiche Betriebe aus der Region die Werkstatt-Tage, um den offenen Vollzug und die technisch auf dem neusten Stand eingerichteten Ausbildungswerkstätten der JVA Bochum-Langendreer kennenzulernen. Im Rahmen der Veranstaltung konnten mit den Inhaftierten konkrete Gespräche über eine Beschäftigung während und im Anschluss an die Haftzeit geführt werden. Damit zeigen die Werkstatt-Tage eindrucksvoll, dass erfolgreiche Vermittlungsprozesse gelingen können, wenn Gesellschaft, Wirtschaft und Justiz gemeinsam Verantwortung übernehmen.
„Dass eine solide berufliche Qualifizierung eine hervorragende Ausgangslage für den Start ins Berufsleben darstellt, ist keine neue Erkenntnis. Das gilt immer schon für Auszubildende sowie für Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer – in besonderem Maße aber auch für die Inhaftierten in Vollzugsanstalten“, berichtet der Vizepräsident des Westdeutschen Handwerkskammertages, Alexander Hengst, von seinen persönlichen Erfahrungen aus inzwischen vier Jahren enger Kooperation mit dem Justizvollzug im Rahmen des Projekts „Handwerk im Hafthaus“.
Über die „Werkstatt-Tage:
Im September 2021 hat das Ministerium der Justiz mit dem Westdeutschen Handwerkskammertag eine Kooperationsvereinbarung für das Projekt „Handwerk im Hafthaus“ geschlossen. Diese soll vor dem Hintergrund des bestehenden Fachkräftemangels im Handwerk und im Interesse einer nachhaltigeren Vermittlung von Inhaftierten im Anschluss an ihre Haft eine bessere Verzahnung der Ausbildung innerhalb und außerhalb der Gefängnismauern erreichen. Mit den Werkstatt-Tagen als Teil des Projekts “Handwerk im Hafthaus” wurde ein bislang einzigartiger Ansatz entwickelt, der Betriebe strukturiert und niedrigschwellig mit Inhaftierten bereits während der Haftzeit zusammenbringt. Interessierte Unternehmen können die beiden Justizvollzugsanstalten Bochum-Langendreer und Heinsberg besichtigen, sich einen persönlichen Eindruck von den Ausbildungswerkstätten verschaffen und sowohl mit dem Ausbildungspersonal des Vollzugs als auch mit den Gefangenen unverbindlich ins Gespräch kommen.
Weitere Informationen: https://www.handwerk-im-hafthaus.de
Über die JVA Bochum-Langendreer:
Die JVA Bochum-Langendreer – Berufsförderungsstätte – stellt mit 204 Haftplätzen die zentrale Bildungseinrichtung für erwachsene Strafgefangene im offenen Strafvollzug dar. Daneben stehen die Bildungsangebote auch weiblichen Strafgefangenen aus dem offenen Vollzug der Justizvollzugsanstalt Gelsenkirchen offen. Die JVA Bochum-Langendreer ist auf die berufliche Qualifizierung von Strafgefangenen spezialisiert und bietet zahlreiche berufliche Bildungsmaßnahmen – insbesondere in Gestalt von Vollausbildungen – an. Die ausgeprägte Expertise bezieht sich dabei insbesondere auf die Fachbereiche Elektrotechnik, Metalltechnik, Lagerlogistik, Garten- und Landschaftsbau sowie das Bauhandwerk.