Schalksmühle
v. l. n. r.: Darius Szeliga mit Alva, Dr. Benjamin Limbach, Guido Schindler mit Evi
Quelle: Justiz NRW

Bundesweit einmalig: Diensthunde des nordrhein-westfälischen Justizvollzugs erkennen neue psychoaktive Stoffe (NPS)

Justizminister Dr. Benjamin Limbach besuchte am Dienstag, 16. Juni 2026, die Diensthundestaffel des Justizvollzugs in ihrem Trainingszentrum in Schalksmühle. Anlass des Besuchs ist ein bundesweit einmaliger Erfolg: Erstmals konnten – gemeinsam mit dem Landeskriminalamt Nordrhein-Westfalen (LKA NRW) – zwei Diensthunde der Staffel dahingehend trainiert werden, dass sie sogenannte neue psychoaktive Stoffe (NPS) zuverlässig erkennen. Damit leistet die Diensthundestaffel einen bedeutenden Beitrag zur weiteren Erhöhung der Sicherheit in den nordrhein-westfälischen Justizvollzugsanstalten.

Minister Dr. Benjamin Limbach: „Die Diensthundestaffel ist ein zentraler Baustein unserer Zielsetzung, illegale Drogen und andere verbotene Gegenstände aus dem Justizvollzug fernzuhalten. Dass es unseren Diensthundeexperten und -expertinnen gelungen ist, zwei Diensthunde so auszubilden, ist ein großartiger Erfolg und in dieser Form im gesamten Bundesgebiet einmalig.“

NPS sind chemische Verbindungen, die die Wirkung verbotener Drogen nachahmen. Der Konsum ist oft mit unbekannten und potenziell lebensgefährlichen Nebenwirkungen verbunden. Im Justizvollzug stellen sie eine große Herausforderung dar, weil sie sich unauffällig auf Papier verbergen lassen und mit herkömmlichen Methoden bei der Post- oder Haftraumkontrollen nur schwer aufzuspüren sind.

Im Rahmen des Besuchs ließ sich der Minister anhand praktischer Vorführungen demonstrieren, wie die beiden Diensthunde NPS in unterschiedlichen Szenarien – etwa in Sendungen der Gefangenenpost oder im Haftraum – erkennen. Dabei konnte er sich vom hohen Ausbildungsstand der Hunde und ihrer Diensthundeführer/innen überzeugen.

Der Minister dankte den Beschäftigten der Diensthundestaffel ausdrücklich: „Mit ihrer Arbeit tragen Sie Tag für Tag dazu bei, den Vollzug sicherer zu machen und sowohl Bedienstete als auch Inhaftierte zu schützen. Die Spezialisierung auf NPS ist ein weiterer Schritt, um dieser Verantwortung auf höchstem Niveau gerecht zu werden.“

Eine Aufnahme der Konditionierung auf NPS-Stoffe in die routinemäßigen Einheiten für alle Diensthunde erfolgt nun sukzessive im weiteren Trainingsverlauf.

Die Diensthundestaffel des Justizvollzugs in Nordrhein-Westfalen ist damit Vorreiter auf diesem Gebiet und Ansprechpartner für die Diensthundestaffeln anderer Bundesländer.

Über die Diensthundestaffel des Justizvollzugs
Der Justizvollzug verfügt seit dem Jahr 2010 über eine eigene Diensthundestaffel. Zunächst stand dabei das Auffinden von Drogen im Vordergrund. Seit 2019 werden die Diensthunde auch zum Aufspüren von Datenspeichern ausgebildet, insbesondere um im Vollzug verbotene Handys aufzuspüren.

Die Diensthundestaffel ist dezentral organisiert. Die acht Diensthundeführerinnen und Diensthundeführer sind mit dreizehn dual ausgebildeten Rauschgift- und Datenspeicher - Spürhunden ausgestattet. Sie kommen in allen 36 Anstalten des Landes zum Einsatz.

Im letzten Jahr absolvierte die Diensthundestaffel 322 Einsätze. Dabei kam es zu 693 Betäubungsmittel - und 111 Handyfunden.