Autorenlesung: „Der Dienstbetrieb ist nicht gestört“
Die Deutschen und ihre Justiz 1943 - 1948 I Lesung und Diskussion mit Prof. Dr. Benjamin Lahusen
Wie lief der juristische Alltag zwischen Krieg, Trümmern und Neuanfang ab? Kaum beirrt von Bombenkrieg, Zerstörung und alliierter Besatzung liefen Gerichtsverfahren vor und nach 1945 einfach weiter – oft mit denselben Akteuren und nach den gleichen Regeln. In seiner Publikation „Der Dienstbetrieb ist nicht gestört“ beleuchtet Prof. Dr. Benjamin Lahusen ein eindringliches Kapitel der deutschen Rechtsgeschichte über Kontinuitäten, den Zusammenbruch und das Weiterfunktionieren der Justiz.
Auf Basis zahlreicher bislang unerschlossener Gerichtsakten zeigt Prof. Dr. Lahusen mit hoher stilistischer Eleganz, dass es in der Rechtspraxis keine „Stunde Null“ gab. Das vielbeachtete und als „stilistisch brillant“ sowie „spannende, kurzweilige Lektüre“ gewürdigte Werk bietet Juristinnen und Juristen sowie historisch Interessierten tiefe Einblicke in die juristische Normalität in extremen Zeiten.
Der Autor Prof. Dr. Benjamin Lahusen lehrt bürgerliches Recht und Rechtsgeschichte an der Europa-Universität Viadrina Frankfurt (Oder). Er ist Mitglied der Schiedsgerichtsbarkeit NS-Raubgut der Bundesregierung und bekannt für seine präzisen und pointierten zeitgeschichtlichen Forschungen.
Die Veranstaltung findet am Donnerstag, den 8. Oktober 2026, um 17:00 Uhr in Saal 240 des Landgerichts Köln (Luxemburger Straße 101, 50939 Köln) statt. Im Anschluss an die Lesung gibt es Gelegenheit zur Diskussion und zum gemeinsamen Austausch.
Der Eintritt ist frei.